GKS Katowice – Banik Ostrava 3:1

GKS-Stadion, ca. 5.000 Zuschauer

Die meisten Freundschaften halten wohl kürzer – sei’s im Fußball oder im Leben: 20 Jahre sind GKS und Banik schon länderübergreifend auf einer Linie, dies wird heut mit einem Freundschaftsspiel kurz vor Start der Liga (beide sind mittlerweile nur mehr zweitklassig) gefeiert.

Kattowitz ist eine der Städte im polnischen „Pott“ – und verglichen mit den bisher bereits besuchten (Chorzow und Gliwice) hat es den Sprung aus der Depression nach dem Niedergang der Schwerindustrie auch besser geschafft.

Bis kurz vor dem Stadion kann man sich von einem modernen Einkaufszentrum ins nächste stürzen, ehe erst die letzten Hundert Meter etwas abgefucktere Gegenden anstehen. Dafür befindet man sich dann aber am Beginn des schleschischen Parks, der an schwülen Tagen wie heute gerade richtig zum Abchillen und Beobachten der eifrigen Besucher des Klettergartens einlädt.

Das GKS-Stadion besteht de facto nur aus einer mächtigen Haupt- und einer schmächtigeren Gegentribüne. Hinter einem der Tore befindet sich zwar noch eine Minitribüne, die im Normalfall wohl für die Gästefans verwendet wird. Heute bleibt sie aber leer, dient lediglich zum Aufhängen von Transparenten für beide Mannschaften.

Stimmungsmäßig ist das Spiel echt bombig, die Freundschaft wird mit voller Lautstärke zelebriert. Für die vor allem von Banik – mit rund 2.000 Fans angereist – aufgeführten Choreos sitze ich aber leider auf der falschen Seite, lediglich die Pyro-Shows kann ich voll miterleben. De facto ständig werden von beiden Lagern der jeweils andere Klub besungen, Sieg oder Niederlage, Tor oder Gegentor sind heut völlig egal (auch darum wird wohl Banik heute auf der altmodischen Anzeigetafel als Heimteam geführt – Edit: Gast links, Heimteam rechts ist bei alten polnischen Anzeigetafeln durchaus nicht unüblich, Danke für den Hinweis, Brucki!)

In der 75. Minute laden die GKS-Fans die Auswärtsfans schließlich per Gesänge auf ihre Seite ein, die Tschechen folgen dem Aufruf gern. So skandiert die zum Schluß bummvolle Gegengerade noch ein letztes mal die vereinenden „Gieksa Banik“-Gesänge, ehe zum Schlusspfiff gelb-grün-blau-weiße Rauchtöpfe gezündet werden und das ganze Stadion einnebeln. Recht viel schöner und stimmungsvoller kann man Freundschaft wohl echt nicht begehen.

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