Island – Österreich 2:1

Stade de France, 65.714 Zuschauer 

Leider geil, nicht unbedingt das Auftreten des ÖFB-Teams in Frankreich generell oder über weite Strecken in diesem Spiel, aber zumindest die Stimmung im Stadion. Wenn ich auch diesmal aus meiner sonstigen Beobachterrolle herausgeschlüpft und mitten in der Fankurve gelandet bin. „Objektiv“ ist dieser Bericht damit mal sicher nicht, aber darauf erhebe ich ja sowieso meist keinen Anspruch.

Die Größenverhältnisse beider Fanlager zeigen sich am Spieltag bereits früh in der Stadt, wenn auch die Österreicher dort einen noch deutlicheren Überhang haben, zumindest in den von mir durchstreunten Gegenden. Bei – vor allem im Vergleich zum Dienstag – prächtigstem Wetter wird das Viertel Montmatre mit dem Sacre Coer einer genaueren Untersuchung unterzogen, ehe es am frühen Nachmittag gen Stadion geht.

Das Stade de France liegt mitten in einer Neubaugegend, außer Büros ist hier nicht sehr viel, die meisten Fresshütten müssen bei Großveranstaltungen – wie eben der EURO – extra aufgebaut werden, weil ein durchgängiger Betrieb wohl schlicht nicht rentabel wäre. Die Anreise-, aber auch Abreisewege sind bestenfalls suboptimal, für ein sehr neues Stadion jedenfalls überraschend schlecht durchdacht. Das Stadion selbst wirkt allerdings durchaus imposant und ist auf schnelle Aufnahme und Abfertigung von bis zu 80.000 Zuschauern ausgelegt. Warum auf dem Weg zu den Öffis dann teils künstliche Nadelöhre geschaffen werden, erschließt sich mir überhaupt nicht.

Im Inneren spannen sich drei Ränge rund um das Feld, das Dach ist etwas erhöht aufgesetzt, auch hier durchaus beeindruckend. Schon früh füllt sich der österreichische, aber auch der gegnerische Sektor, die „roten Flecken“ – gerade auch auf den Geraden – wachsen dabei immer mehr an. Die offizielle Verteilung von 30.000 österreichischem zu 20.000 isländischen Fans ziehe ich jedenfalls eindeutig in Zweifel, und halte ein Verhältnis von 40.000:10.000 (bis vielleicht 15.000) für wahrscheinlicher.

Nach guter Stimmung vor Spielbeginn sticht meiner Meinung nach vor allem die auch spielerisch eindeutig bessere zweite Hälfte von der Atmosphäre eindeutig hervor. Ich hätte mir jedenfalls nicht gedacht, bei einem Spiel der österreichischen Nationalmannschaft jemals so eine gute Stimmung zu erleben – auch wenn sich die Liedauswahl dann doch in Grenzen hält. In diesem Punkt haben die Isländer Rot-Weiß-Rot auf jeden Fall etwas voraus, die angestimmten Gesänge sind nämlich nicht nur gut, sondern kommen auch trotz zahlenmässiger Unterlegenheit mächtig rüber.

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