Sportpark Jätkäsaari, ca. 150 Zuschauer
Einmal geht es noch in die „Niederungen“ der finnischen vierten Liga, wo es eher Sportplätze als Stadien sind, bevor sich dann auch diese Tour endgültig nach oben orientiert. Dazu wird am Abend der Westhafen von Helsinki angesteuert, wo die großen Fähren an- und ablegen. Trotz angezeigten Plus 13 Grad ist es doch erstaunlich frisch so kurz vor Sonnenuntergang.
Die finnische Hauptstadt konnte mich bereits mit ihrem Charme umgarnen, auch wenn sie sich durchaus widersprüchlich anfühlt. Die Innenstadt verströmt eine Mischung aus Freiluftmuseum und 80er-Jahre-Flair, mit dem starken Einschlag von sozialistischem Realismus. Sobald man sich vom Zentrum wegbewegt wird es aber sehr schnell sehr futuristisch und architektonisch bunt und interessant. Vieles hier erinnert an die neuen Stadtteile von Kopenhagen und anderen dänischen Städten.













Die „Helsingin Pallo-Pojat“ (Balljungs Helsinki, PPJ) wurden 1935 gegründet und erreichten 1956 mit dem Sieg im finnischen Pokal ihren größten Erfolg. Die einzigen Saisonen in der Erstklassigkeit verbrachte der Verein zwischen 1959 und 1961. Rund um die Jahrtausendwende schlitterte PPJ in den finanziellen Ruin, seitdem kämpfen nur mehr Jugendmannschaften in den diversen Ligen mit – wie eben hier in der viertklassigen Kakkonen. Gemessen an den Spieler:innen-Meldungen ist der Verein zweitgrößter Fußballklub in Helsinki und drittgrößter in ganz Finnland.
Im Vergleich zu gestern wird hier – trotz torlosem Remis – durchaus ansehnlicher Fußball auf technisch hohem Niveau und in hohem Tempo geboten. Zumindest in der ersten Halbzeit werden die Zuschauer:innen blendend unterhalten, nach Wiederanpfiff sackt das Spiel aber etwas ab. Die größte Chance zum Sieg vergeben die Gastgeber bereits in Hälfte eins per Elfmeter.










