SV Werder Bremen – FC Augsburg 3:2

Weserstadion, 39.746 Zuschauer

Wer am Vortag in so viel wohltuendem Violett gebadet hat, der verträgt das bisschen Grün-Weiß dann auch noch. Zumal einer der derzeitigen Führungsspieler ja eine glänzende Austria-Vergangenheit hat und somit ein kraftvoll pochendes Veilchen-Herz in der Werder-Raute schlägt. Nachdem Zlatko Junuzovic zudem gerade bis 2018 verlängert hat, trägt das Spiel auch noch ganz seine Handschrift – einer der herausragenden Spieler am Platz ist er später sowieso.

Wenn sich eine Stadt überhaupt „Du geile Sau“-Lieder verdient, dann gehört Bremen meiner Meinung nach auf alle Fälle dazu. Viel Wasserfeeling und große Geschichte versprühend zahlt sich ein Flanieren durch die Straßen hier echt aus – am besten natürlich bei strahlendem Sonnenschein. Der Altstadt mit seinen Bürgerhäusern auf einer Weserinsel kennt man ihren einst wehrhaften Charakter noch immer an, nicht zuletzt an den ehemaligen Verteidigungslinien am Wall. Auf der anderen Seite gelangt man dann durch die „Erste Schlachtpforte“ zur Weserpromenade – allein solche Namen sind am Valentinstag echt eine verdammt nette Abwechslung. Kann ja nicht alles rosa Heilewelt sein…

Rund 20 Minuten vom Stadtzentrum entfernt liegt direkt an der Weser das gleichnamige Stadion – von Weitem schon in seiner wuchtigen Erscheinung zu bewundern. Außen ist es mit Solarzellen eingekleidet, wodurch der futuristische Charakter noch etwas verstärkt wird. Innen ist es ein ebenfalls extrem feines Stadion, mit sehr flach abfallenden Rängen, auf den ein steilerer zweiter Rang aufgesetzt wurde. Die dominanten Flutlichtmasten ragen weit ins Stadioninnere.

Das Rahmenprogramm hebt sich nicht zuletzt durch Arnd Zeigler und seinen kongenialen Kompagnon angenehm von so manchen anderen Vereinen ab – gipfelnd in der Mannschaftsaufstellung, die lautstark durchzelebriert wird und dann in einem „Und die Nummer 12, die sind….“ „WIIIIIIR“ (mehrfach wiederholt) endet. Stimmung kommt von der Ostkurve meist schon ganz gute – irgendwie hab ich aber schon das Gefühl, dass da durchaus noch mehr geht. Nettes Feature ist natürlich das Signalhorn bei jedem Tor, dummerweise höre ich es gleich zwei mal von außerhalb. Nur den Elfmeter zum 2:1 sehe ich auch im Stadion – Augsburgs Treffer dafür gleich alle.

Bremen dominiert das Spiel – vor allem in der ersten Hälfte – beinahe nach Belieben, hat einen unglaublichen Zug nach vorne und zeichnet sich durch extrem schnelle Vorstöße aus. Teils werden Chancen aber schon fast zu leichtfertig vergeben. Ein Seitfallzieher von Junuzovic prüft Alex Manninger im Augsburger Tor (das Spiel mit umgedrehtem Heimrecht hab‘ ich übrigens vor zweieinhalb Jahren gesehen) aufs Ärgste. Schließlich können hier aber doch noch weit mehr als die drei Heimtreffer bejubelt werden – mit jedem Tor der Bayern bei ihrem 8:0 gegen den HSV wird die Häme über den größten Konkurrenten lauter.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s