Roda JC Kerkrade – ADO Den Haag 0:0

Parkstad Limburg Stadion, 10.000 Zuschauer

Der erste Ausflug in den niederländischen Fußball ist leider nicht nur von positiven Gefühlen begleitet: In diesem Land ist der Sicherheitswahn ausgebrochen! Für fast alle Klubs der Eredivisie ergo ersten Liga benötigt man Klubkarten, um überhaupt mal Karten kaufen zu dürfen. Bei Roda kostet die sechs Euro, besorgt schon im Voraus, samt Übersendung der Passdaten und -bilder. Dafür darf ich jetzt aber auch fünf Jahre lang jedes Roda-Heimspiel besuchen – juhuuuu! Doch dabei ist Kerkrade sicher nicht der schlimmste Auswuchs der ID-sierung (siehe auch Eindhoven).

Die Stadt Kerkrade liegt im Südosten der Niederlande, scharf angrenzend an Deutschland und im Stadtgewirr von Heerlen, Sittard, Maastricht und anderem. Allein das zeigt schon: Platz ist da Mangelware, und das soll ja nicht zuletzt den Fußball hier geprägt haben (dazu die Empfehlung des Buches „Oranje brillant“ von David Winner, echt verdammt interessant). Das Parkstad Limburg Stadion ist von außen als solches schwer erkennbar, weil von Toy-, Subway- und ähnlichen Shops zugepflastert. Einzig die Beleuchtung in der Nacht samt den netten Flutlichtmasten lässt es noch an einen Fußballplatz erinnern. Innen kann ich mich dafür besonders für die installierten Heizstrahler – gerade bei dieser Schweinekälte – sehr … ähemmm … erwärmen.

Für Kerkrade steht es derzeit in der Tabelle alles andere als gut und das merkt man einerseits am schütteren Besuch (geschätzt knapp über 10.000 Zuschauer), aber auch am mehr als miesen Spiel sowohl der Gastgeber als auch der Gäste. Stimmungstechnisch schlägt sich das natürlich auch nieder. Zu gefallen weiß vorerst nur die offizielle Pyroshow kurz vor Spielbeginn.

Die Fankurve ist seit einigen Jahren zweigespalten und verteilt sich auf die Ost- und die Westtribüne, wobei auf meiner Seite eindeutig mehr Anhänger zu finden sind. Gesänge, die von mehr als ein paar wenigen angestimmt werden, hört man erst ab der 30. Minute. Mit zunehmender Verzweiflung ob der teils wirklich riesigen vergebenen Chancen, wird aber dann gegen Mitte der zweiten Halbzeit sogar das ganze Stadion laut. „Lets go, Roda maarke gol“ (korrekte Schreibweise nicht verbürgt!) und andere Chants (darunter auch „Oaschloch, Wixxer, Hurensohn“ bei Abstoß des fremden Goalies – wie kreativ) machen dieses Spiel dann zwar nicht gerade zum einem unvergesslichen Fan-Erlebnis, stellen aber klar, dass ich doch in einem Stadion und nicht in einem Einkaufszentrum gelandet bin.

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