PSV Eindhoven – Heracles Almelo 4:0

Philips-Stadion, 32.000 Zuschauer

Noch vor dem Quartier sichere ich mir schon am Vormittag das Ticket für dieses Spiel, nachdem das Philips-Stadion sowohl vom Hotel als auch vom Bahnhof bequem in knapp fünf Minuten zu Fuß zu erreichen ist. Im Fall von PSV habe ich bezüglich ID Glück: Das Spiel gegen Heracles ist eines von nur sechs in der gesamten Saison, die keine Registrierung benötigen. Eindhoven bietet in seiner grenzenlosen Freundlichkeit aber auch bei allen anderen Matches Karten ganz ohne ID an und zeigt somit, warum die Niederländer über die Jahrhunderte Erfolg als Kaufleute hatten. „Silver“ oder „Golden Package“ heißt das Zauberwort, dass allen registrierungsunwilligen dennoch die Tore zum Stadion öffnet. Für ein Billigstticket um 25 Euro zahlt man dann stolze 51 bzw. 77 Euro (für Spitzenpartien freilich mehr), bekommt dafür aber Vouchers für Fanshop und Stadionimbiss dazu – das nenn ich ein gutes Geschäft!

Abseits davon ist das Stadion schon von außen pipifein und es wird innen noch viel, viel besser. Die Ränge mit sehr engen Sitzreihen unglaublich dicht am Rasen, samt – vor allem in den Ecken – steil aufragendem Überbau und dazu noch die völlig ungewöhnliche Anordnung der meisten VIP-Logen im Unterrang der Ecken, die Arena atmet geradezu Umbau, Ausbau und Tradition. Supportmässig haben sich die PSV-Fans ganz an den Briten des vergangenen Jahrhunderts orientiert, wodurch auch die Atmosphäre erfrischend anders ist.

Zwar machen ein paar Anhänger auf der Ost auf Dauergesang, bestimmend ist aber ganz eindeutig die spontane Anfeuerung, die immer wieder in verschiedenen Teilen des Stadions aufflammt und stark spielbezogen ist. Jubel, Aufregung, Empörung ergibt einen Stimmungsmix, der verdammt gut rüberkommt. Dazwischen dann auch das eine oder andere Lied (meist abgewandelte Popsongs), das von der Ost plötzlich und laut auf das ganze Stadion überspringt, um dann wieder von einem Moment auf den anderen zu verstummen. Klarerweise lässt es sich bei dem Spielausgang leicht singen, springen und tanzen, dennoch ist das Fanerlebnis mit Sicherheit das Beste des Wochenendes.

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