Polen – Albanien 4:1

Stadion Narodowy, 38.254 Zuschauer

Die Annäherung daran dauerte mehrere Stunden, das Vergnügen – so man es überhaupt so nennen kann – nur 90 Minuten. Aber ganz ohne nationale Gefühle ist halt auch Polens Nationalmannschaft schwer auszuhalten. Selbst wenn sie auf dem Papier eigentlich klar und deutlich gewinnt.

Die Warschauer Innenstadt bietet früh schon einen ersten Einblick auf die abendliche Spielstätte am anderen Ufer der Weichsel. Vom Altstadtmarkt mit dem Königsschloss und zahlreichen historischen Gebäuden ist das Nationalstadion Polens mit seinen über 58.000 Plätzen gut und in voller Pracht zu sehen. Eine ähnliche Dominanz im Stadtbild hat vielleicht nur noch der auf Anordnung Stalins errichtete Kultur- und Wissenschaftspalast direkt am zentralen Hauptbahnhof.

Die Ausgangsposition für das polnische Nationalteam ist eigentlich ziemlich klar: Verlieren verboten. Vor dem Spiel rangiert man hinter Ungarn und Albanien nur auf Platz vier der WM-Qualifikationsgruppe. Die frühe Führung der Gastgeber lässt auch durchaus darauf hoffen, dass ihnen an einem attraktiven Spiel an diesem Abend gelegen ist. Doch weit gefehlt. Polens Auftritt wirkt über die gesamten 90 Minuten völlig erratisch und führt in der ersten Halbzeit zu einem Erstarken Albaniens, das so auch zum völlig verdienten zwischenzeitlichen Ausgleich kommt. Erst eine glückliche Fügung bei einem letzten Angriff in der ersten Halbzeit bringt die Hausherren doch wieder mit 2:1 in Front. Gegen dann bei Weitem nicht mehr so aggressiv agierende Albaner reichen den Polen zwei gut zu Ende geführte Konterläufe, um doch noch ein auf dem Papier sehr deutliches Ergebnis herzustellen.

Ebenfalls nur auf dem Papier existierend hätte ich die Zuschauerzahl eingeschätzt. Bei offiziell über 38.000 Menschen im Stadion hat der polnische Verband wohl mehrere Augen zugedrückt. Einige Ränge sind zwar durchaus gut besucht, aber vor allem in den Kurven klaffen doch ganz schön große Lücken, wodurch auch der Platzwechsel während des Spiels überhaupt kein Problem darstellt. Die real anwesenden Fans erzeugen jedenfalls durchwegs gute Stimmung und scheinen das durchwachsene Spiel ihrer Rot-Weißen nicht so tragisch zu sehen.

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