Korona Kielce – Miedz Legnica 0:0

Suzuki Arena, 6.334 Zuschauer

Die rund 200.000 Einwohnern zählende Stadt Kielce liegt auf der Strecke zwischen Warschau und Krakau. Ursprünglich vor allem durch den Eisenerzbergbau groß geworden, erlangte sie nach dem Zweiten Weltkrieg durch ein Pogrom an Holocaust-Überlebenden überregionale Bedeutung.

In einer über mehrere Stunden gehenden Gewalteskalation wurden am 4. Juli 1946 mehr als 40 Menschen ermordet und über 80 verletzt – unter den Toten befanden sich auch zwei nichtjüdische Einheimische, die helfen wollten. Zuvor waren Gerüchte aufgekommen, dass ein neunjähriger Junge, der für zwei Tage seine Freunde in einem Nachbarort besucht hatte, in dieser Zeit in Wahrheit von Juden entführt und im Keller gefangen gehalten worden sei. Der antisemitische Protest vor dem kellerlosen Haus konnte vor allem auch deswegen völlig aus dem Ruder laufen, weil die lokale Miliz dem Treiben tatenlos zusah. Erst herbeigeholte Soldaten setzten dem Pogrom ein Ende.

In den nachfolgenden Monaten verließen daraufhin Zehntausende der rund 300.000 polnischen Juden, die den Holocaust überlebt hatten, das Land. Bis heute ist die Aufarbeitung des Ereignisses nicht vollkommen abgeschlossen. Die ersten Bilder in diesem Bericht zeigen den Ort des Geschehens, an dem heute Gedenksteine samt Namen der Opfer angebracht sind.

Das Haus an der Planty 7, in dem am 4. Juli 1946 die Bluttaten stattfanden.

Beim abendlichen Match handelt es sich um das Spitzenspiel des Ersten gegen den Dritten der zweitklassigen 1. Liga Polens. Korona Kielce gehörte jahrelang zum Stammpersonal in der Ekstraklasa, seit zwei Jahren kämpfen sie aber um den Wiederaufstieg. Besitzer des Vereins ist dabei der ehemalige deutsche Nationaltorhüter und Ehrenspielführer des SV Werder Bremen Dieter Burdenski.

Echte Höhepunkte sind heute dünn gesät. Für die größte Aufregung sorgen noch zwei Entscheidungen des VAR, den es auch in Polens zweiter Liga gibt: Kurz nach Wiederanpfiff wird Kielce der vermeintliche Führungstreffer aberkannt. Die eben noch tobenden Heimfans jubeln allerdings wenige Minuten später, als ebenfalls durch den VAR ein bereits den Gästen zugesprochener Elfmeter wieder zurückgezogen wird.

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