GKS Jastrzebie – Sandecja Nowy Sacz 5:0

Stadion Miejski, 1.865 Zuschauer

Am Tag nach „Ibizagate“ der FPÖ zum Groundhoppen aufzubrechen sorgt schon für eine etwas besondere Stimmung. Zwar ist man selbst im eher gottverlassenen oberschlesischen Polen nicht total von der Außenwelt abgeschnitten, dennoch reist das Gefühl, in Österreich gerade eine spannende Zeit zu versäumen, das gesamte Wochenende mit. Da hilft selbst das politische Philosophieren mit dem slowakischen Mitreisenden durch Tschechien wenig.

Der Informatiker auf dem Weg zu seiner Großmutter zeigt sich von der „Durchsetzungskraft“ des jungen Bundeskanzlers beeindruckt, auch wenn er gesteht, dass dies ein rein oberflächlicher Außeneindruck sei. Unsere Einwände, bzw. auch die Hinweise auf das erst am Vortag aufgetauchte feuchtfröhliche Video als Sittenbild des Koalitionspartners rücken das Bild dann allerdings ein wenig zurecht und lassen unseren Weg nach Ostrava auf jeden Fall kurzweiliger werden. Vor allem auch, weil der Slowake selbst ein bisschen über das politische Klima in seinem Land erzählt.

Die nordtschechische Stadt dient an diesem Wochenende als Ausgangspunkt für die beiden Fahrten nach Polen, mit dem eher schwer zu erreichenden Jastrzebie-Zdroj (Bad Königsdorff-Jastrzemb) als erste Station. Bis zum Fund von reichen Kohlevorkommen war die Gegend als Kurort einigermaßen bekannt. Der Abbau des schwarzen Goldes machte dem dann allerdings langsam aber sicher ein Ende. In den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde der Badebetrieb dann vollkommen eingestellt.

Das städtische Stadion befindet sich in einem wahren „Wald“ von Plattenbauten, von idyllischer Lage kann man also eher nicht sprechen. Für Osteuropa relativ klassisch wurde es in Erdwällen errichtet, wobei die Gegengerade und ein Teil der Kurven bereits wieder der Natur überantwortet wurden. Die noch in Betrieb befindlichen Tribünen reichen für den durchschnittlichen Besuch in der zweiten Liga des Landes wohl durchaus aus – heute jedenfalls bei Weitem.

Kurz nach Anpfiff sorgt ein Wolkenbruch sehr rasch für tiefen Boden auf dem Spielfeld. Diese Bedingungen können die Gastgeber cleverer nutzen, bereits nach neun Minuten steht es 2:0. Zwar stellt sich nach einer Viertelstunde wieder trockeneres Wetter ein, der absoluten Dominanz der Schwarz-Grünen tut dies allerdings keinen Abbruch. Das klare 5:0 geht so auch vollkommen in Ordnung.

Fantechnisch ist das Spiel in Bezug auf beide Mannschaften interessant. Der Gästefanblock ist durchaus gut gefüllt und stellt selbst nach hohem Rückstand den guten Support nicht ein, wird allerdings von den heimischen Anhängern fast durchwegs übertönt. Die organisierten Fans geben den Takt vor, das restliche – fast vollständig in den Klubfarben gekleidete – Publikum geht immer wieder mit, wodurch über 90 Minuten eine gute Stimmung herrscht. In der Mitte der zweiten Halbzeit gibt es dann zudem noch eine Pyro-Einlage, welche die gesamte Haupttribüne einnebelt.

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