DC United – Montreal Impact 0:0

Audi Field, 18.116 Zuschauer

Kein Wayne Rooney (Rot-Sperre), dafür ein richtig gutes Fußballstadion und warme Frühlingstemperaturen erwarteten mich in der US-amerikanischen Hauptstadt Washington DC. Der Gegner hieß auch hier Montreal Impact, das letzte Ergebnis mit ihnen als Auswärtsmannschaft war für mich ja wenig erfreulich. Und auch heute sollte es eine klassische Nullnummer am Potomac-River werden.

Wollte man der Welt mitteilen: „Fuck you, I don’t do what you tell me“, dann wäre dabei wohl Daumen mal Pi Washington rausgekommen. Im Zentrum fast schon irrwitzig imperial angelegt, schlägt die National Mall auf ihren knapp fünf Kilometern Länge noch einmal alles. Vom Kapitol bis zum Lincoln Memorial, den verschiedenen Denkmälern der Kriege mit amerikanischer Beteiligung und auch den ganzen Museen ist hier der Anspruch auf Einfluß über die Jahrzehnte quasi in Stein gemeißelt zum Ausdruck gebracht worden.

Im Vergleich zu New York wirkt Washington in vielen Teilen aufgeräumter, sauberer, reicher. Die Wohngegenden erscheinen oft gerade zu bizarr lieblich im Vergleich zu jenen im Big Apple. Dafür sind die Brüche dann aber auch um einiges größer: An vielen Straßenecken campieren Obdachlose, teils auch nur einen Steinwurf vom Weißen Haus entfernt.

Das Stadion von United, immerhin zweiterfolgreichster Klub der MLS, gibt es erst seit der letzten Saison. Es befindet sich etwas außerhalb des Zentrums, direkt am Potomac und in unmittelbarer Nähe des Baseballstadions der Washington Nationals. Keine der vier Tribünen ist gleich, die Ecken sind nicht geschlossen. Hinter den Toren sind die Ränge sehr steil und mit Verlauf des Abends oben auch durchaus sehr windig. Nur die Geraden sind überdacht, wodurch es schwer ist, kompakte Stimmung zu erzeugen.

Ebenso wie bei Red Bull ist das Audi Field eine „Mobile Ticket only“-Arena. Offline verfügbar kann man die Eintrittskarten nur via Ticketmaster-App machen, die aber in Europa nicht verfügbar ist. In beiden Fällen sorgten aber die guten WIFI-Verbindungen rund um die Stadien zum Glück dafür, dass auch nicht-amerikanische SIM-Karten-Besitzer ohne Probleme durch die Drehkreuze kamen.

Die Arena füllt sich zwar fast vollständig, aber erst sehr spät. Noch 30 Minuten nach Anpfiff suchen viele Leute ihre Plätze auf. Vor allem hinter den Toren kann dies durchaus anstrengend sein, weil sich Zugänge lediglich unten am Spielfeld befinden und im schlimmsten Fall ein Aufstieg in die letzte Reihe bevorsteht.

In der Heimkurve singen die „Barra brava“, „Screaming Eagles“ und „La Norte“ die gesamten 90 Minuten durch. Oft beteiligen sich auch die anderen Tribünen zumindest an Klatscheinlagen. Mitgesungen wird aber nur bei den spanischsprachigen Chants. Insgesamt ist es bisher durchaus die beste erlebte Atmosphäre bei einem Fußballspiel in den USA. Ein Torjubel hier könnte schon durchaus eine imposante Lautstärke entwickeln.

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