Veritas Stadion, 2.556 Zuschauer
Erstmals auf dieser Tour in einer Nachmittagspartie erlebte ich, wie sich Inter Turku von der am Dienstag erlittenen Niederlage bei Gnistan erholte und die Tabellenspitze in der Liga übernahm. Ob dies nun an der eigenen Stärke oder eher der Schwäche des Gegners lag, sei aber einmal dahingestellt…
Für knappe drei Jahre war Turku (unter russischer Herrschaft) Hauptstadt Finnlands, verlor den Status 1812 allerdings an Helsinki. Dennoch ist die Bevölkerung der ältesten Stadt des Landes offenbar bekannt für ihren ausgeprägten Regionalstolz, der sich unter anderem in einem eigenen Dialekt niederschlägt.
Besonders bemerkenswert ist die lange Promenade entlang des Flusses Aurajoki, die sich mitten durch die Stadt über mehrere Kilometer dahinzieht. Ansonsten ist Turku aber erstaunlich arm an übermäßig repräsentativen Bauten. Schwer enttäuschend vor allem die groß angekündigte alte Festung, die weit außerhalb des Zentrums ein kümmerliches Dasein ohne jegliche Infrastruktur fristet.











FC Inter ist nicht der traditionelle Fußballklub der Stadt (dies ist eigentlich Turun Palloseura/TPS von 1922), sondern wurde erst 1990 ursprünglich für Jugendmannschaften gegründet. Durch die starke finanzielle Unterstützung eines lokalen Reeders wurde allerdings sehr schnell ein Profi-Verein daraus. Seit 1999 ist die Mannschaft durchgängig erstklassig, 2008 konnte sogar eine finnische Meisterschaft gefeiert werden.
Etwas kurios die Geschichten zur Namensgebung und dem Logo: Mit dem Namen und den eigentlichen Hauptfarben Blau und Schwarz wurde bei der Gründung bewusst Bezug zum bekannten Verein aus der italienischen Modemetropole Mailand genommen. Da 1990 aber gleichzeitig auch gerade Fußball-WM war und dort Kamerun mit seinem Vorstoß ins Viertelfinale begeisterte, ließ man sich in Turku bei der Logowahl vom Verbandsemblem des afrikanischen Landes „inspirieren“, aka es wurde de facto 1:1 kopiert. Die Wahl für die fehlende dritte Farbe im Wappen fiel dann ausgerechnet auf Rot und damit jener des größten Rivalen des eigentlichen Vorbilds.
Im Gegensatz zum Dienstag trifft Inter heute auf einen Gegner, der defensiv über schwere Defizite verfügt. So kann die Mannschaft aus Turku durchgängig ihr technisch gutes und vor allem auf schnelle Gegenstöße ausgelegtes Spiel fast ungehindert durchsetzen. Der frühen Führung folgt noch in Hälfte eins das zweite Tor. Wäre ein klares Handspiel des gegnerischen Torhüters außerhalb des Strafraumes vom Schiedsrichtergespann in Hälfte 2 geahndet worden, so hätte per Elfmeter das Ergebnis wohl weiter erhöht werden können.















