SV Waldhof Mannheim – KFC Uerdingen 1:2 (Spielabbruch)

Carl-Benz-Stadion, 24.263 Zuschauer

„Noch eine kleine Stärkung vor dem Spiel?“, heißt die Frage in der Bäckerei unweit meines Hotels, als ich am frühen Morgen zu einem Frühstück vorbeischaue. In der Stadt ist also schon alles auf den dritten Anlauf in der Relegation für die dritte Liga innerhalb von drei Jahren programmiert. Die Spannung auf das Match ist hier überall zu spüren.

Zeitgleich mit dem Spiel des Jahres wird dazu auch noch das jährliche Stadtfest  begangen. Ein Aufstieg hätte also noch dazu in würdigem Rahmen gefeiert werden können. Doch es sollte dann doch wieder anders kommen…

Das Stadion ist schon seit Tagen ausverkauft, daher suche ich mir bereits früh einen geeigneten Stehplatz in der Kurve, um das Spiel gut verfolgen zu können. Dieselbe Idee hatte auch ein quirliger Süditaliener, der seit 40 Jahren in Mannheim lebt und das Spiel nur deswegen vor Ort verfolgt, weil er nicht wusste, dass es auch im Fernsehen übertragen werden würde. Es ist de facto unmöglich, nicht mit ihm ins Gespräch zu kommen. So schnell kann ich gar nicht schauen, ist er auch schon auf einem der Stadienbilder oben (siehe unten). „Erzählä die Wienär, dass Giuseppe auch war in Stadion“, verlangt er dazu in herzigstem Italo-Deutsch.

Zwei Stunden Wartezeit vergehen so wie im Flug, auch weil Giuseppe wenig Geduld dafür aufbringt, dass die Mannschaften so lange nicht zum Aufwärmen auf den Rasen kommen. Ein besseres Rahmenprogramm für das Spiel hätte es für mich jedenfalls nicht geben können. Die Hoffnungen des Sizilianers und der restlichen Heimfans, das 0:1 aus dem Hinspiel noch wettzumachen, werden dann aber sehr bald enttäuscht. Zwar schaut es nach dem Ausgleich zum 1:1 noch einmal kurz nach einem Aufbäumen von Waldhof aus, das bald darauf folgende 1:2 beendet aber diese Träumereien. Auch im dritten Anlauf wird es wieder nicht reichen.

Dass das Spiel eher nicht regulär zuendegebracht werden wird, zeichnet sich eigentlich ebenso früh ab. Zuerst gibt es einige Schlägereien auf der Gästetribüne, wo auch rund 700 Heimfans untergebracht sind. In der 82. Minute unterbrechen schließlich die Waldhof-Fans mit Böller, Rauchbomben und Bengalos die Partie. Der Schiedsrichter versucht zwar daraufhin, die restlichen Minuten noch spielen zu lassen. Nachdem sich die Situation aber weiterhin nicht beruhigt, wird beim Stand von 1:2 endgültig abgebrochen. Spätestens da hatte Giuseppe aber ohnehin alles nur mehr „Scheißä“ gefunden.

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