CA Peñarol – CA Fenix 3:0

Estadio Campeon del siglo, ca. 20.000 Zuschauer

„Todo bien“, und dabei den Kopf schmunzelnd in eine andere Richtung drehend sagte der Verkäufer der Karte, als ich ihn am Vortag in einem (anderen) Wettbüro darauf aufmerksam machte, dass er statt dem Familiennamen den verkürzten Geburtsort aus dem Pass übernommen hatte. Als „Michael Amstett“ besuchte ich also das Spiel eines der zwei großen Klubs von Uruguay – und zwar trotz dreimaliger Pass- und Ticketkontrolle beim Einlass wirklich völlig ohne Probleme.

Den Zeitraum zwischen erstem Spiel und Anreise zu Peñarol nutzte ich für ein kurzes „Anschnuppern“ von Montevideo. Dabei bestätigte sich der Eindruck vom Tag der Ankunft, dass es mit dem nicht allzu weit entfernten Buenos Aires de facto nicht zu vergleichen ist. Viel sauberer, mit extrem weiten Boulevards ausgestattet und selbst in den ärmeren Vierteln sowas wie Sicherheit und grundlegendes Wohlbehagen ausstrahlend.

In den besseren Vierteln, die hier weit größer sind als im argentinischen Gegenstück, wirkt das Stadtbild extrem mondän und es herrscht gechillte Stimmung. Die – bisher nur aus einiger Ferne beobachtete – Strandpromenade am Rio de la Plata ist zudem sowieso in jeder Hinsicht umwerfend. Irgendwie kein Wunder, dass die uruguayische Hauptstadt als lebenswerteste Stadt in Südamerika angesehen wird.

Peñarol ist ein Konterpart in einer der wohl größten Rivalitäten des Fußballs auf der Welt, wobei Club Nacional de Futbol den anderen Pol bildet. Wie stark dies ausgeprägt ist, sieht man in Uruguay nicht nur an jeder Straßenecke, wo Devotionalien der Klubs angeboten werden, sondern auch anhand der zahlreichen Ablegervereine beider Konkurrenten in fast jeder größeren Stadt des Landes. Schwarz-Gelb oder Blau-Weiß-Rot ist hier eine entscheidende Frage, die wohl sogar jene nach Boca oder River in Argentinien überstrahlt. Denn dort gibt es zumindest noch einige andere Alternativen. Über dem Rio de la Plata ist dies nicht der Fall.

„Der Meister des 20. Jahrhunderts“ nennt sich und sein Stadion so, weil er im 20. Jahrhundert zumindest in Südamerika einer der erfolgreichsten Klubs war. Fünf Mal konnte die Copa Libertadores nach Montevideo geholt werden, drei Mal sogar auch der Weltpokal. Zumindest seit dem Jahrtausendwechsel sind die Erfolge aber durchaus als sehr bescheiden zu bezeichnen. Dem Selbstvertrauen des Vereins und dessen Anhänger tut dies aber freilich nicht wirklich einen Abbruch.

Das Stadion ist erst 2016 eröffnet worden, bis dorthin hatte der Verein im viel zentraler gelegenen Centenario gespielt. Den neuen Kasten erreicht man nämlich nur äußerst schlecht, vor allem weil Montevideo ausschließlich über ein Busnetz verfügt. Die lange Anreise zahlt sich aber aufgrund des Erscheinungsbildes der Arena für knapp über 40.000 Zuschauer durchaus aus. Eine einzige Tribüne mit Sitzschalen und riesigem VIP-Bereich-Aufsatz werden von drei de facto reinen Stehplatzrängen umrahmt.

Das Spiel verläuft wie auf einer schiefen Ebene: Peñarol bekommt bereits in der ersten Minute einen Elfmeter zugesprochen, den es aber verschießt (im ersten Video). Dennoch müssen die Fans nicht lange auf Tore warten. Bereits zur Pause führen die drückend überlegenen Schwarz-Gelben 2:0, kurz nach Wiederanpfiff wird der Entstand zum 3:0 hergestellt. Die Stimmung ist daher freilich auch durchaus gut und ausgelassen, ich hätte sie mir aber ehrlich gesagt besser vorgestellt gehabt. Zwischendurch wird es zwar richtig laut, aber überragend war (zumindest heute) die Fanleistung nicht.

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