Central Español FC – Deportivo Maldonado 1:0

Estadio Parque Palermo, ca. 100 Zuschauer

Fast hätte es mir beim ersten Fußballspiel auf uruguayischen Boden dann doch noch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dass es für ein Zweitligaspiel keinen offenen Verkauf an einer Boleteria, sondern nur in Kartenbüros von speziellen Wechselstuben gibt, hätte ich halt im Traum nicht angenommen.

Das Verpassen dieses Spiels hätte perfekt zur eher nicht so günstig verlaufenen Woche im Landesinneren von Uruguay gepasst. Durch den viertägigen Aufenthalt in Durazno habe ich zwar auf den Busfahrten hin und dann weiter nach Montevideo einiges von der Landschaft des Landes gesehen, ansonsten war das Unternehmen aber eher ein Griff ins Klo.

Die bäuerlich geprägte Kleinstadt hat nicht nur ihren einstmals hier spielenden Zweitligisten verloren, sondern auch sonst sehr wenig zu bieten. Am ehesten ist noch der Hauptplatz mit dem Kolumbusdenkmal und der Kirche mit der Fassade im Kolonialstil und extrem moderner Innengestaltung zu erwähnen. Ansonsten gab es hier nur totgeschlagene Zeit und Vorbereitungen für die weiteren Reiseetappen.

Auf die Kartensituation vor dem Stadion war ich aber wie gesagt nicht vorbereitet. Eine Stunde vor Anpfiff hat kein Schalter der Boleteria offen, freundliches Sicherheitspersonal erklärt mir, dass ich Tickets nur bei Abitab, einer Wechselstube samt Kartenbüro bekomme. Nach anfänglich leichter Panik und weiterer Hilfe eines Einheimischen finde ich dann tatsächlich auch noch eines dieser Geschäfte, ergattere eine Karte und bin kurz darauf im Stadion…

…, um dann dort ein Spiel vor rund 100 Zuschauern zu verfolgen – very, very frightening! Das Stadion von Espanol ist zwar ganz nett, die Nationalarena Centenario, in dessen Schatten es steht, raubt ihm aber eindeutig die Show. Die wenigen Zuschauer haben aber zumindest den richtigen Einsatz mitgebracht, auf beiden Seiten fiebern die Anhänger leidenschaftlich und lautstark mit, kommentieren jede (Fehl)Entscheidung des Schiris und hadern mit schlechten Spielszenen.

Vor mir dann zudem auch noch deutsche Groundhopper, mit denen ich über deren besuchte Spiele in Brasilien und auch Argentinien ins Gespräch kommen. Nachdem ich den Siegtreffer der Heimmannschaft schon zuvor aus der Hintertorkurve bestaunen konnte, entgeht mir so auch wenig vom Spiel.

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