CA Atlanta – CA Colegiales 0:0

Estadio Leon Kolbowsky, ca. 4.000 Zuschauer

Die Angst nimmt man ja mit in den Tod, heißt es. Und ich geb offen zu, dass es mich doch etwas Überwindung gekostet hat, zum ersten Mal des Nachts durch die Straßen der argentinischen Metropole zu ziehen. Im Endeffekt war es aber weit weniger problematisch als zuvor befürchtet. Und das zweite Drittligaspiel in Folge war auch der verdiente Lohn dafür.

Das Thema Tod hat mich allerdings auch bereits am Tag verfolgt, immerhin ging es da auf den, dem Stadion nahegelegenen argentinischen Nationalfriedhof Cementario de la Chacarita, der 1871 nach einer verheerenden Gelbfieberepidemie in der Stadt errichtet wurde. Er beeindruckt schon allein von der Größe der Anlage, aber auch durch seine unter- und überirdischen Urnenhaine und die zahlreichen Mausoleen, die ihn zu einer gewaltigen Stadt der Toten werden lassen. Und auch hier darf der Bezug zum Fußball nicht fehlen, sind doch an zahlreichen Gräbern Hinweise auf diverse Vereine zu finden – bis hin zu Schals auf einfachen Kreuzen.

Ein San-Lorenzo-Schal auf einem Kreuz eines im Februar Verstorbenen
Der CA Velez Sarsfield für seinen „Don Pepe“ Jose Amalfitani
Grabstein von „El Maestro“ Adolfo Perdenera

Club Atletico Atlanta wurde 1904 gegründet und trägt den Spitznamen „Los Bohemios“, was wohl keiner Übersetzung bedarf. Er spielte insgesamt 45 Saisonen in der ersten Liga, zuletzt allerdings 1984. Danach pendelte er regelmässig zwischen zweiter und dritter Spielklasse, wo er nun seit mittlerweile sogar fünf Jahren hintereinander hängt.

Das Stadion ist von außen mehr als unauffällig. Innen hat es zwar durchaus Charme, verliert allerdings durch die völlig in der Luft hängenden einzelnen Tribünen wieder etwas davon. Auf der zweiten Längsseite sieht man immer wieder Züge der Vorortelinie vorbeirauschen.

Sehr genial sind allerdings die Fans, die nicht nur in deren Anzahl sondern auch Lautstärke das Spiel vom Samstag bei Weitem übertreffen. Die gut gefüllte Hintertortribüne singt, unterstützt von Trommeln und Trompeten, während des gesamen Spiels. Hin und wieder geht auch die Haupttribüne mit. Weniger Funke springt allerdings auf den Rasen über, wo sich beide Mannschaften nach 90 Minuten mit einem 0:0 begnügen müssen.

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