AS Trencin – Spartak Myjava 2:0

Mestsky Stadion, 2.418 Zuschauer

Das Stadtbild des slowakischen Trencin prägen vor allem zwei Bauwerke (wobei die Reihenfolge durchaus auch die Dominanz widerspiegelt): Zum einen die auf einem Felsen errichtete drittgrößte Burganlage des Landes, zum anderen das städtische Stadion, bzw. da vor allem die extrem auffälligen Flutlichtmasten. Ersteres nehme ich bei einem Spaziergang am Nachmittag genauer unter die Lupe.

Die Festung schützte lange Zeit wichtige Handelsrouten vom Mittelmeer ins Baltikum und nach Nordeuropa, und war dementsprechend wuchtig und mächtig konzipiert. Fünf Toranlagen sicherten die oberere Burg vor Feinden, der 80 Meter tiefe „Brunnen der Liebe“ – der Legende nach vom türkischen Soldaten Omar für seine Fatima gegraben – im Innenhof setzt da nur einen schwachen Konterpunkt zur ansonsten eindeutig kriegerischen Ausrichtung. Darunter liegt die im historischen Zentrum liebliche Kleinstadt, der an diesem Tag lediglich der wolkenverhangene Himmel etwas den Reiz raubt. Auf den von Pflastersteinen gesäumten Fußgängerzonen lässt es sich dennoch bestens flanieren und entspannen. Es ist jedenfalls kein Wunder, dass die Stadt offenbar sowas wie die Hochzeitshochburg der Slowakei ist, allein an diesem Tag begegnen mir sicher fünf bis sechs Wagemutige in weiß und schwarz, samt ihren mehr oder weniger großen Gesellschaften.

Am späten Nachmittag geht’s dann zum zweiten dominanten Bauwerk, dem Stadion. AS Trencin wurde erst 1992 gegründet und spielt in den letzten Jahren richtig gut in der slowakischen Liga (die nach meinem letzten Besuch übrigens von Corgon Liga auf Fortuna Liga umbenannt wurde) richtig gut mit. Vom Zuschauerschnitt ist AS mit 2.899 Fans knapp auf Platz zwei. Eingerahmt wird es mit Dunajska Streda (2.958) und Spartak Trnava (2.790) von genau den beiden Vereinen, die ich bisher als einzige in dem Land besucht hab.

Das Mestsky Stadion bzw. Stadion na Sihoti ist nicht nur aufgrund der Flutlichtmasten typisch Marke Ostblock, was ihm allerdings in keinster Weise den Charme absprechen soll. Erstens ist teils die Aussicht auf die Burg schlicht sensationell, zweitens geizt auch die Haupttribüne nicht mit Reizen. Eher zurückhaltend sind wenn dann eher die Heimfans, die fast nur bei guten Szenen und Toren mitgehen. Ab und an feuern sie die Mannschaften immerhin mit Klatscheinlagen an. Organisierter supporten da schon die Myjava-Anhänger, allerdings sind nur knapp zwei Dutzend mitgekommen.

Das Spiel ist unterhaltsam, wenn auch nicht besonders anspruchsvoll. Die Gastgeber sind fast durchgehend überlegen, der wohl – bereits von einem Arbeitskollegen so empfohlene – beste Spieler Trencins, Moses Simon, bringt das Team in Führung. Nach dem 2:0 in der 75. Minute schaut es sogar kurz so aus, als ob die Gäste nun vollständig auseinanderbrechen, es bleibt allerdings beim 2:0. Trencin kann damit seinen Platz an der Tabellenspitze festigen.

P.S.: Etwas ungewohnt die Halbzeitprozedur der Security: Um nicht wieder alle Karten für den Block kontrollieren zu müssen, bekommen alle Zuschauer einen Stempel mit „AS“ auf die Hand – wie bei den guten alten Schul- und Studentenparties. Allerdings bildet sich dadurch auch schon beim Rausgehen ein beachtlicher Rückstau, effizient ist das mal sicher nicht.

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