FC Ingolstadt – SV Darmstadt 2:2

Audi Sportpark, 9.000 Zuschauer

Der Shuttlebus vom Zentralen Omnibusbahnhof zum Stadion bietet mir eine Stadtführung der besonderen Art: Zwei, sehr tiefes „boarisch“ redende Einheimische kommentieren einen Platz vor mir alles, was uns bei der Fahrt so über den Weg kommt. Startend mit den „wundaschenen Bleamin“ am Busbahnhof geht es weiter zu einer „Wos foit denan ei“-Großbaustelle (einer Schule oder FH??), wo nur der historische Stadtmauerturm die beiden Originale erfreuen kann. Vorbei am „rostaden Scheißdreck“ (zwei Metallklötze als Denkmal oder Kunstwerk) und rein in die Innenstadt, wo mittlerweile laut den beiden so viel durch neue Bauwerke verschandelt wurde, dass man gar nicht mehr die negativen Highlights herauspicken könne („Ma gwendt sie jo on ois!“). Positiver wird die Stimmung erst wieder, als der Bus durch das (im Verhältnis beeindruckend große) Industriegebiet der Stadt mit seinen vielen EKZs rollt. Jetzt weiß ich sogar, was früher statt dem „Babyland“ mal hier angesiedelt war.

Eine knappe Viertelstunde Spezialführung endet dann am Audi Sportpark, einer Allerweltsarena im Ingolstädter Nirgendwo. Der FC – erst 2004 durch Ausgliederung der Fußballabteilung von zwei Ingolstädter Vereinen entstanden – spielt hier seit der Saison 2010/11. Außen mehr als unauffällig, wird es innen nicht viel besser. Hinter beiden Toren befinden sich im Stadion Stehplatzbereiche, der Rest der 15.000 Plätze besteht aus Sitzen. 9.000 Zuschauer kommen zu diesem Spiel gegen den Aufsteiger – ein nicht kleiner Teil durch Freikarten an Jugend-Meistermannschaften aus Bayern. Rund 1.000 Darmstädter haben zudem auf den Weg nach Ingolstadt gemacht.

Die schönste Aktion des Spiels kommt denn auch von den Rängen: In Minute elf zelebrieren beide Fankurven eine Anti-Red-Bull-Aktion mit „Scheiß Red Bull“-Wechselgesang zwischen den beiden Stehplatzrängen (dazugehörige Website findet ihr hier). Zwar hat Audi bei Ingolstadt auch eine sehr bestimmende Position und der Verein alles andere als lange Tradition, der Protest erfreut mein Herz natürlich trotzdem – vor allem auch, weil er von den Sitzplatzbesuchern mitgetragen wird.

Den Lilien aus Darmstadt gelingt in beiden Hälften jeweils der Führungstreffer, Ingolstadt kann aber beide Male ausgleichen – das 2:2 fällt allerdings erst in der 92. Minute. Das führt wiederum zu heftigen Diskussionen im Bus zurück, den ein sehr eifriger Fahrgast will sich nicht damit zufrieden geben, dass die Ingolstädter mit diesem Punkt glücklich sind. In seinen immer absurder werdenden Ausführungen spielt dann auch ein gewisser Herr Jesus Christus – der angeblich bei den Darmstädtern aufgelaufen sein soll – eine Rolle. Den Herrn werd ich an dem Wochenende offenbar einfach nicht los…

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