VfL Bochum – FC Energie Cottbus 2:2

rewirpower-Stadion, 9.751 Zuschauer

Irgendwo im Pott findet ein Manga-Festival statt. Die S-Bahn ist voller schnatternder Teenies mit rosa, türkisen, violetten und silbernen Haaren, die sich über Korrektheit oder Unkorrektheit der jeweils anderen Verkleidung unterhalten („Das gilt nur mit Glitzer!“). Ganz ohne Glitzer präsentiert sich – wie man ja schon aus dem entsprechenden Grönemeyer-Lied weiß – die Stadt Bochum. Ein unauffälliges Malocher-Städtchen halt.

Das rewirpower-Stadion (ehemals Ruhrstadion) befindet sich ca. zehn Gehminuten vom Bahnhof an ein Wohnviertel angrenzend. Die markanten Flutlichter sieht man dabei schon von weitem. Von der Innenausstattung ist wohl die große Stehgeraden auf der Ostseite das beeindruckendste. Ansonsten ist es ein ziemlich normales Kleinstadion – für deutsche Verhältnisse halt, immerhin passen 30.000 Zuschauer rein.

Die nur 9.751 Zuschauer füllen die Arena freilich nicht mal annähernd, sitzen und stehen aber zum Glück so eng beieinander, dass dennoch Stimmung aufkommen kann. In den ersten Minuten beobachte ich den Gästeblock genauer, rund 500 Cottbuser sind mitgekommen. Die „Ossis“ machen auch ziemlich feine Stimmung, angepeitscht von ihrem Capo, der natürlich den feschesten Haarschnitt von allen hat. Zum Jubeln haben die Rot-Weißen anfangs genug, schon nach fünf Minuten gehen sie in Führung.

Das 2:0 fällt dann in der sechsten Minute der zweiten Halbzeit. Da sitze ich allerdings schon längst auf der anderen Seite der Tribüne, nahe dem Bochum-Fanblock. Die Stimmung hier ist nett, wenn auch aufgrund des Spielstands nicht gerade ausgelassen. Immer wieder stimmen auch die Sitzplätze ein lautstarkes „VfL“ an, um die Mannschaft doch noch nach vor zu treiben. In der 73. Spielminute gelingt Bochum der Anschlusstreffer, das Stadion steht Kopf und hofft auf mehr. Als das Urgetüm zwei Reihen vor mir bereits mit DFL, Schiedsrichter und sonstigem abrechnet („Man will uns von der Fußballkarte streichen, ich sag et dir!“), gelingt quasi mit dem letzten Angriff noch der Ausgleich. Zu „Ihr habt gekämpft, wir ham’s gesehen“ werden die Spieler verabschiedet, die blau-weiße Welt ist zumindest bis zum nächsten Samstag wieder in Ordnung – auch wenn die Abstiegsgefahr damit sicher nicht gebannt ist.

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