Club Bolivar – Real Potosi 5:1

Estadio Hernando Siles, ca. 9.000 Zuschauer

La Paz empfängt mich mit einem Streik der Minibus-Fahrer. Deswegen fährt kein Taxi vom Busbahnhof ins Zentrum, gleichzeitig ist dieses dafür auch so ruhig wie wohl selten. Am zweiten Tag spendiert mir Boliviens Regierungssitz dafür auch gleich ein Erstligaspiel – allerdings im strömenden Regen.

Die Metropole auf 3.600 Metern Seehöhe selbst kann ich noch nicht so richtig einschätzen. Einerseits ist sie vom Zustand her wohl am ehesten mit Asuncion in Paraguay zu vergleichen, versprüht aber bei Weitem mehr Charme. Zudem sind die Menschen, bzw. die Verkäufer hier bei Weitem weniger aufdringlich als in Perus Touristenzentren. Der erste Eindruck weiß also eher zu gefallen.

Die Höhenunterschiede dieser in den Berg gebauten Stadt sind durchaus nicht zu verachten, selbst wenn ich mittlerweile die Höhe ganz gut gewöhnt bin. Das ständige Auf und Ab ist nicht nur für den Straßenverkehr hier eine echte Herausforderung, sondern verlangt auch von Fußgängern alles ab. Gemütliches Schlendern durch die Gegend wird hier schnell mal zur kleineren Bergtour.

Das Nationalstadion des Landes befindet sich mitten in dicht bebautem Gebiet und unweit des Zentrums, auch wenn ich noch nicht genau herausgefunden habe, ob diese Stadt wirklich so etwas wie ein klassisches Zentrum hat. An sich versprüht die Schüssel durchaus ihre Reize, die fast vollständig fehlende Überdachung kann aber klarerweise gerade in der nun beginnenden Regenzeit eher durchweichende Auswirkungen haben.

Viele Besucher kommen im Gegensatz zu mir erst weit nach Anpfiff, auch um dem ersten großen Wasserguss zu entkommen – der nächste folgt dann sowieso ab Minute 35. Früh suche ich daher in einer kleinen, trockenen Ecke am Rande der Sitzplätze der besten Kategorie Unterschlupf, geschützt vom überragenden zweiten Rang des Stadions. Neben mir platzieren sich auch „Kinderpolizisten“, höchstens 13-15 Jahre alt, voll ausstaffiert mit Uniformen und Schlagstöcken (!).

Obwohl das Stadion bei Weitem nicht voll ist, kann man sich über die Atmosphäre nicht beschweren. Die Fankurve macht das ganze Spiel über gute Stimmung, nach den Toren zieht das gesamte Publikum bei „Bolivar, Bolivar“-Rufen mit. Zudem wird mehrmals ein Wechselgesang über die drei besser besuchten Seiten gestartet („Bo“ – „lilili“ – „varvarvar“).

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