FBC Melgar – Once Caldas SA 3:0

Estadio Monumental de la UNSA, ca. 15.000 Zuschauer

„Der Regen tötet nicht, wenn die Emotion in euch lebt“, meint der Stadionsprecher noch optimistisch, als das kühle Nass bereits in Strömen auf das Publikum herunterkommt. Die Vorstellung der Mannschaft zum Saisonbeginn wird dadurch etwas getrübt, das Highlight der „Noche rojinegra“ mit dem Spiel gegen das kolumbianische Team Once Caldas geht aber zum Glück im Trockenen über die Bühne.

Arequipa wird auch die „weiße Stadt“ genannt, wobei sich dies angeblich nicht so sehr auf die zahlreichen aus weißem Vulkanstein errichteten Gebäude im Stadtzentrum bezieht, sondern auf den hohen Anteil der Menschen mit weißer Hautfarbe (also mit Abstammung von spanischen Eroberern), die hier leben.

Der Stadtkern ist eine der Touristenattraktionen des Landes und zum UNESCO-Weltkulturerbe erhoben worden. Zahlreiche Museen, wie etwa auch das ehemalige Nonnenkloster Monestario de Santa Catalina, lassen hier sehr gut die Zeit verbringen. Noch beeindruckender ist aber eigentlich die Umgebung der Stadt, wie etwa der Cañon del Colca – nach gewissen Berechnungen sogar der tiefste Canyon der Welt.

Der Foot Ball Club Melgar wurde 1915 gegründet und nach einem Helden der peruanischen Unabhängigkeitsbewegung benannt. Zwei Mal konnte der Verein die Meisterschaft gewinnen – zuletzt 2015. 2017 gewann man die eigens durchgeführte Sommermeisterschaft und beendete die Liga auf Rang drei. Das Estadio Monumental liegt etwas außerhalb des historischen Stadtzentrums und bietet rund 40.000 Menschen Platz. Seit ein paar Jahren wird es vom größten Klub der Stadt als Heimstätte genutzt, dessen eigentliches, wesentlich kleineres Stadion hingegen wird von den durchwegs unterklassigen Konkurrenten bespielt.

Lange Schlangen bilden sich bereits rund eine halbe Stunde vor der eigentlichen Öffnung der Stadiontore, als dies dann nicht pünktlich um 17.30 Uhr passiert, wird die wartende Menge mit jeder Minute unruhiger. Pfiffe begleiten die immer wieder gestresst zu den Eingängen eilenden Polizisten. Dafür, dass ein beachtlich großes Pulk an Sicherheitsleuten aufgeboten wird, sind die Einlasskontrollen selbst dann aber beachtenwert lasch. Einfaches Durchwinken hätte somit eigentlich von Beginn an auch vollkommen gereicht.

Den Platz auf der Tribüne kann ich allerdings eben nur äußerst kurz im Trockenen genießen. Kurz bevor die Vorstellung der Mannschaft für die neue Saison um 19 Uhr beginnt, öffnet auch der Himmel seine Pforten und tränkt die Tribünen in Wasser. Die südamerikanische Improvisionskraft lässt mich aber zum Glück von einer Verkäuferin ein Müllsackerl um einen peruanischen Sol (rund 25 Cent) erstehen, das zumindest die Füße vor völliger Durchnässung schützen kann. Eine Regenjacke habe ich vorsichtshalber sowieso mitgenommen.

Atmosphärisch ist die Teampräsentation bei ausgeschaltetem Flutlicht daher eher ein Reinfall, weil die Fans auf den Tribünen durch den Regen doch etwas abgelenkt sind, bzw. viele überhaupt lange Zeit unter den Rängen bleiben. Erst mit dem Aufwärmen der Mannschaften wird es endlich trockener und die Aufmerksamkeit richtet sich wieder mehr auf das Geschehen auf dem Rasen.

Im Stadion verteilen sich die aktiven Fans auf alle drei geöffneten Tribünen, also eine Kurve und die beiden Geraden – wodurch die Stimmung enttäuschend schwach ist, auch wenn man einberechnen muss, dass es nur eine Freundschaftspartie ist. Gesänge werden nie von allen drei Gruppierungen gleichzeitig angestimmt und schwappen daher auch nur sehr selten auf die anderen Zuschauer über. Erst in der zweiten Hälfte, als das Spiel generell an Fahrt aufnimmt und die Gastgeber auch alle drei Tore des Abends erzielen, wird es im Stadion halbwegs laut.

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