FC Infonet Tallinn – FC Levadia Tallinn 0:4

Sportland Arena, 100 Zuschauer

Tallinn fühlt sich wie tiefstes Mittelalter an, zumindest in der Altstadt. Am Tag der Ankunft noch durch ein Stadtfest verstärkt, liegt es vor allem auch daran, dass die Lokale der alten Hansestadt ihre Bediensteten hier in mehr oder weniger originelle Kostüme zwingen. Vom Burgfräulein über den Narren bis hin zum Henkersknecht läuft einem so bei der Stadterkundung einiges über den Weg. Zudem wird man fast überall auch noch mit altertümlicher Musik beschallt. Den Stadtmauern entflohen, sieht es schon wieder anders aus, wie ich auch gestern schon feststellen konnte. Teils altertümliche bzw. hin und wieder sogar Holzbauten wechseln da mit typisch sozialistischen Zweck- und teils auch Prunkbauten sowie immer wieder auch modernen Wolkenkratzern ab.

Die Spielstätte von Infonet liegt im Südwesten der Stadt, und auch sie ist schwerlich als „Stadion“ zu bezeichnen – heißt aber dennoch etwas großkotzig „Sportland Arena“. Immerhin liegt sie aber zumindest vor einem echten Stadion. Die „A.Le Coq Arena“, in der Flora Tallinn und die estnische Nationalmannschaft spielen, werde ich zum Glück auch noch von innen sehen. Den Eintritt von 5 Euro zahle ich bei einem kleinen Kassenzelt, das – wie’s scheint – von einer Famile samt Großvater, Tochter und (Schwieger?)sohn verwaltet wird. Mit dem Senior auf Krücke ist offenbar auch nicht zu scherzen. Kurz vor Spielbeginn weist er einige Zaungäste, die Gratisblitzen wollen, zurecht, sich doch lieber eine Karte zu kaufen – allerdings erfolglos. Auf den Aufgängen zur Le-Coq-Arena haben sie immerhin auch die einzigen regenfesten Plätze ergattert. Und wie de facto jeden Abend beginnt es während des Spiels tatsächlich auch zu nieseln.

Fanmässig ist das hier fast eine Nullnummer. Von den rund 100 Besuchern singt nur ein kleines Häuflein von Levadia-Fans, und das auch nur ab und an. Sie sind aber auch die einzigen, die wirklich was zu feiern haben. In der ersten Halbzeit ist das Team in Grün drückend überlegen, danach kann Infonet besser dagegenhalten, kassiert aber dennoch noch zwei Tore zum Entstand von 0:4.

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