FC Puuma Tallinn – Nomme Kalju FC II 1:1

Puuma-Platz, 50 Zuschauer 

Weil’s gestern gar so schön war, geht es in der estnischen Hauptstadt gleich mal mit einem Zweitligaspiel – das bisher gar nicht auf dem Plan stand und über das ich zufällig gestolpert bin – weiter.

Zuerst aber mal ein kurzer Hauptstadtvergleich, nachdem ich nun ja mit allen dreien mehr oder weniger lang Bekanntschaft machen konnte: Auch wenn sich der Eindruck dann langsam gebessert hat, landet darin Riga auf dem letzten Platz. Sie ist die einzige der drei Städte, die einen wahren Großstadtflair hat, auch wenn sie mit knapp 700.000 Einwohnern (das Gesamtgebiet 1,1 Millionen) nur unbedeutend vor den anderen liegt. Dies hat aber nicht nur positive sondern leider auch negative Auswirkungen. Der lettischen Hauptstadt merkt man an, dass das Land lange als ärmstes der EU galt, auch wenn die Altstadt fein rausgeputzt wurde.

Auf so wenig Entfernung erkennt/spürt man schrägerweise auch sehr stark die unterschiedliche Orientierung der Länder (Estland zu Skandinavien, Litauen zu Polen) und jene von Lettland zu Russland – ohne blöde Stereotype ausbreiten zu wollen – ist da die unsympathischte in ihrer Auswirkung. Vilnius war im Gegensatz eine echte Überraschung und würde Platz zwei belegen, sowohl was das Stadtbild als auch die durchwegs netten Erfahrungen mit den Menschen dort betrifft. Darüber steht allerdings noch Tallinn, auch wenn die Stadt (vor allem der alte Stadtkern) von Touristen regelrecht überrannt wird. Insgesamt wirkt sie aber bereits auf den ersten Blick moderner (auch reicher und damit dann natürlich auch teurer) als die drei anderen Städte.

Bestätigt wird letzteres Ranking auch gleich mal beim FC Puuma, der erst seit Kurzem in der zweiten Liga spielt und sich als reiner Ausbildungsverein für die Tallinner Erstligisten begreift, auch wenn fast alle dieser ebenfalls Zweitmannschaften (wie auch der heutige Gegner beweist) haben. Nachdem ich beim Kassier auf Englisch eine Karte um 2 Euro erworben habe, kommt er wenig später auf meinen Platz und drückt mir eine Kopie mit den Mannschaftslisten aus dem Spielbericht beider Vereine in die Hand – mit einem typisch nordisch abgewandt-herzlichen „For you“… So was hab ich echt noch nie erlebt.

Der Platz tief im Westen der Stadt liegt an der St.-Petersburger-Allee und ist von hohen und durchaus abgewohnten Wohnblöcken umgeben. Er verfügt über einen Kunstrasenplatz, rund um den eine Laufbahn angelegt ist. Auf einer Seite gibt es einen kleinen Sitzplatzbereich, der teils sogar überdacht ist. Rund 50 Besucher geben sich mit mir den Kick und der ist durchaus unterhaltsam. Die Zweitmannschaft von Nomme Kalju (das erste Team steht in einer Woche auf dem Programm) erkämpft sich in der ersten Halbzeit leichte Vorteile und geht logischerweise auch in Führung, die zweite Halbzeit gehört aber den Gastgebern. Nach dem Ausgleich drängt Puuma sogar noch auf den Siegtreffer, muss schließlich aber noch froh sein, in der letzten Sekunde nicht noch das 1:2 zu kassieren. Ein Gewaltschuss geht da nur an die Latte.

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