FC Porto – Zenit St. Petersburg 0:1

Estadio do Dragao, 31.000 Zuschauer

Zeitig Früh geht’s den kurzen Weg rüber nach Portugal, wo mich die Gastgeberin in meinem Hotel nahe des Bahnhofes von Porto mal gleich für einen Russen hält. Gut, ich hätt nicht unbedingt die ganze Nacht durchsaufen und gleich die Eingangstür des Etablissements zertrümmern müssen, aber sonst??? Naja, das Missverständnis mal ausgeräumt, ergibt sich eine nette Plauderei über Gott und die WM – und immer wieder FC Porto. Vor allem wegen des Spiels am Abend ist das Hotel komplett ausgebucht und bereits früh sieht man in der ganzen Stadt Zenit-Fans herumstreunen.

Das Estadio do Dragao ist wie aus einem feuchten Traum eines Stadiondesigners entsprungen. Das fängt schon bei den Aufgängen an und geht bis zu den kraftvoll geschwungenen Rundungen der Arena außen. Es wurde extra für die EURO 2004 errichtet, ist also so gut wie neu. Innen erhebt sich nur auf den Geraden ein zweiter Rang über den ebenerdigen Tribünen.

Knapp über 31.000 Zuschauer sind zu diesem CL-Spiel gekommen, und zumindest für die Heimfans beginnt es gleich mit einem Paukenschlag: Herrera wird nach der zweiten Gelben bereits in der sechsten Minute ausgeschlossen, wodurch die Aufgabe des ersten Heimsiegs nicht gerade leichter für Porto wird. Dennoch sind die „Drachen“ über weite Strecken aktiver, die Russen wirken auch hier als extrem biedere Mannschaft. Dennoch gelingt ihnen kurz vor Schluss der Siegtreffer.

Zum Support: Porto leistet sich gleich zwei Fankurven. Die „Super Dragoes“ sind direkt hinter dem Tor, das noch mehr auf Ultra-Style ausgerichtete „Collectivo“ schräg über dem gegenüberliegenden. Generell ist die Unterstützung für Porto sehr gut, immer wieder gehen auch die Geraden mit. Beim Ausschluss und beim Gegentreffer kocht es natürlich an allen Ecken und Enden („Puta“ ist das meistgebrauchte Wort, wohl nicht nur in meinem Winkerl). Die Russen, die wie gesagt ziemlich zahlreich mitgereist sind, machen aber auch ganz schönen Wirbel, und sorgen zudem für die einzige Pyro-Einlage.

Wieder brav und nüchtern werd ich am nächsten Morgen dann natürlich beim Auschecken wieder für einen Putin-Treuen gehalten. Die nette Frau an der Rezeption erklärt mir, dass ich jederzeit wiederkommen darf, wenn Zenit spielt. Ich muss allerdings weiter und in Lissabon den Griechen mimen.

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