Real Valladolid FC – Sevilla FC 2:2

Nuevo Estadio Jose Zorrilla, 13.000 Zuschauer

Für das sonntägliche Spiel der Primera Division begebe ich mich rund 180 km nordöstlich von Madrid. Das Nuevo Estadio Jose Zorrilla befindet sich rund vier Kilometer außerhalb des Stadtzentrums und ist schon sehr bald zu sehen, weil es sich auf einer Hügelkuppe befindet. Direkt daneben ist ein riesiges Einkaufszentrum, auf dessen Parkplatz entweder die Weihnachtsbeleuchtung bereits wieder hängt oder diese sicherheitshalber gar nie abgeräumt wurde. Zudem steht um die Ecke auch noch ein wohl vor der Immobilienkrise errichtetes schmuckes Kulturzentrum. Die Stadt selbst ist eher unauffällig, über weite Strecken reiht sich Plattenbau an Plattenbau. Etwas außerhalb der City sind dann einige neue Wohnblöcke errichtet worden, aufgrund des sehr schmalen Verkehrsaufkommens würde ich allerdings darauf tippen, dass nicht allzu viele Menschen hier auch tatsächlich leben.

Real Valladolid ist das einzige Team der obersten Spielklasse, dass (sieht man mal von den meist dritten Dressen Real Madrids ab) in violett spielt, und auch das Stadion ist ganz auf diese Farben getrimmt, sehr schöne Ausnahmeerscheinung :-).

Innen sind die Haupttribünen in Hufeisenform angeordnet, die Südkurve wurde erst später dazugebaut. Das durch die Farben der Sitze geformte „Pucela“ ist übrigens nichts anderes als der Spitzname der Stadt. In der Mitte der Doppelränge ragen die mächtigen VIP-Tribünen auf, zur einfacheren Crowdcontrol hat man rund um das Spielfeld einen Graben gezogen. Das Grün wirkt so fast wie eine schwimmende Insel in der Betonschüssel, die unteren Reihen befinden sich sogar unterhalb des Spielfeldniveaus. Während des Spiels kommen einem die Kicker meinem Eindruck nach fast irreal vor – noch dadurch verstärkt, dass die beiden Strafräume besonders gut ausgeleuchtet sind.

Das Spiel beginnt nicht sehr gut für die Hausherren: Bereits in der zweiten Minute geht Sevilla in Führung und hat auch weiter mehr vom Spiel. Dieses ist extrem unterhaltsam und auf extrem schnellem Niveau, den Andalusiern gelingt sogar noch das 2:0 vor der Pause. Auch lang in die zweite Halbzeit schaut es eher nach einem Sieg für die Rot-Weißen aus, doch es kommt anders. In der 38. Minute gelingt der Anschlusstreffer und ich darf erstmals die Torhymne – dieselbe, wie bei Austria (!) – hören. Und wenige Minuten später erklingt die wunderschöne Melodie gleich ein zweites Mal.

Fantechnisch gefällt mir dieses Spiel jedenfalls viel besser als jenes im Bernabeu – obwohl offiziell nur etwas über 13.000 Zuschauer anwesend sein sollen, kann’s nicht ganz glauben. Vieles ist spielbezogener Support, in der ersten Hälfte ist naturgemäß der Sevillaanhang, direkt über mir im zweiten Rang, sehr laut (auch mit der bereits vor zwei Jahren kennengelernten Interpretation der französischen Nationalhymne). In der zweiten Halbzeit brodelt es aber richtig im Stadion, um dann spätestens mit dem Ausgleich völlig in Euphorie überzugehen.

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