Real Madrid – Malaga CF 2:0

Santiago Bernabeu, 78.000 Zuschauer

Das Santiago Bernabeu durchaus beeindruckend, zeigt die Prozedur des Kartenkaufs bereits, warum man diesen Verein zumindest nicht mögen muss. Nach einer halben Stunde Anstehen an der Schlange zum Ticket Main Office wird plötzlich zugesperrt und auf eine andere Schlange, ein paar Kassen weiter, verwiesen. Dort bekomme ich dann nach ca. 15 weiteren Minuten meine Karte, für 85 Euro aber bei weitem nicht auf den besten Plätze – eher im Gegenteil. Bei solchen Preisen kann man es sich freilich leisten, nicht immer ausverkauft zu sein, selbst wenn man gerade einen Herrn Bale unter Vertrag genommen hat, der dann übrigens exakt 12 Minuten spielt. Vor dem Stadion sind die Verkaufsstände mit ihren Schals, Leiberln, etc. ganz in Cristiano-Mania gekleidet, ab und an schimmert auch ein frischer Bale, noch viel öfter allerdings ein hysterisches Anti-Katalonien durch (Catalunia es Espana z.B.).

Eine Stunde vor Anpfiff öffnen sich die Pforten zum – für viele – Paradies. Über zig Stufen geht es rauf zum dritten Rang der Haupttribüne. Außen eher zweckmässig, ist der Anblick innen dann doch sehr nett. Die steil abfallenden Ränge bewirken auch hier, dass man durchaus noch guten Blick aufs Spielfeld hat. Dennoch merkt man dem Stadion schon an, dass es ständig erweitert, aber nie aus einem Guß gebaut wurde.

Die anfängliche „Hurra, wir sind im Stadion“-Stimmung lässt durchaus erahnen, wie laut es hier werden könnte – nur bleibt es über weite Strecken beim Konjunktiv, trotz 78.000 Zuschauern… Symptomatisch dafür das erste Tor nach einer grässlichen ersten Halbzeit. Als di Maria gleich nach Wiederanpfiff trifft, wird das stimmungsmäßig geradezu hingenommen – ein kurzes Raunen reicht offenbar. Und dabei nehm ich nicht an, dass das gesamte Stadion den Treffer – so wie wir – versäumt hat, weil sich gerade Spätkommer vorne vorbeizwängen. Die berüchtigten Ultras Sur sind ebenfalls mehr als lahm, ein paar Gesänge, mehr kommt da nicht. Als das Spiel in der ersten Halbzeit immer zerfahrener wird, stellen sie den Support sogar ganz ein.

Der große Moment – auch für die japanische Touristin zwei Sitze neben mir – kommt dann dafür in Minute 90, als Christiano Ronaldo doch noch einen Elfer bekommt, und den auch verwertet. Mit „Is it Cristiano, is it Cristiano?“-Gekreische zückt sie das iPhone und filmt. Hurra, was’n Spaß!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s