Lechia Gdansk – Jagiellonia Bialystok 2:3

PGE-Arena, 12.400 Zuschauer

Für den Abschluss des Besichtigungsprogramms ist Gdansk ideal, auch wenn mir im Endeffekt leider zu wenig Zeit für diese Stadt blieb. Neben der unglaublich schönen Altstadt ist mein Ziel vor allem die Westerplatte, wo das deutsche Kampfschiff „Schleswig-Holstein“ die ersten Schüsse des zweiten Weltkriegs abgab. Heute ist der Ort eine Art Freilichtmuseum, wenn auch öffentlich – zumindest sonntags – schlecht angeschlossener. Der Bus durchs Hafengebiet fährt nur jede Stunde. Dadurch betrachte ich vom Denkmal aus mit Sehnsucht auch schon die PGE-Arena, in der heute das Spiel stattfindet – doch alles sehr knapp berechnet.

Das EM-Stadion weiß jedenfalls sowohl von außen als auch innen sehr zu gefallen. Die Form ist zwar überhaupt nix außergewöhnliches, die Verpackung aus Bernstein, durch die sowohl Licht raus als auch reinkommt, kann allerdings einiges. Innen ist das Stadion für 43.000 ebenfalls sehr schön, durch die enge Bauweise vor allem sehr nah am Rasen dran.

Die Fans sind allein schon deswegen nicht mein Geschmack, weil sie ihren strammen Anti-Kommunismus extrem heraushängen lassen, nicht nur durch einen durchgestrichenen Che Guevara. Dass die Klubfarbe auch noch grün und weiß ist, tut sein übriges dazu. Von der Lautstärke ist Lechia allerdings top, sowohl Einzel- als auch Wechselgesänge mit der Haupttribüne kommen extrem gut. Gut 50 mitgereiste Anhänger von Bialystok singen anfangs vergebens gegen die übermächtige Anzahl von – offiziell, ich hätt’s auf mehr geschätzt – 12.400 Heimfans an.

Doch mit Fortdauer des Spiels sind sie immer deutlicher zu hören: Lechia geht zwar zwei mal in Führung, Jagiellonia kann allerdings immer wieder ausgleichen, um dann in der 73. Minute sogar in Führung zu gehen. Die Lechia-Fans lassen nun ihren Unmut freien Lauf, ein Sitznachbar sogar derart lautstark, dass er sich von einem der Hardcores eine Schelte einfängt (ging wohl um fehlende Mentalitá). Das Spiel ist für die Heimmannschaft allerdings nicht mehr gewinnbar, womit ich die zweite Niederlage der Danziger auf meiner Reise erlebe.

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