FC Energie Cottbus – FC Union Berlin 2:1

Stadion der Freundschaft, 14.212 Zuschauer

Als die Taxifahrerin am Chemnitzer Hauptbahnhof eine Gruppe, die sie offensichtlich kennt, nach ihrem Ziel fragt, ist das Motto des Tages gesetzt: „Wir fahren nach Cottbus“ – „Cottbus? Wieso? Was ist da? Fußball? … Naja, kann dort ja sonst nix sein.“ – Bene! 😉

Ab Ruhland (Genau, wo zur Hölle?) ist mein zuvor vollkommen leerer Wagonabschnitt bumvoll mit Energie-Fans, nur verstehe ich so gut wie nix von dem, was sie sagen. Dieser Dialekt, echt irgendwie nett, aber schon etwas entfernteres Deutsch. Das Stadion der Freundschaft liegt zwar eigentlich sehr nah am unwirtlichen Cottbuser Hauptbahnhof, den ich zuerst für eine Vorortestation hielt, der Weg dorthin ist allerdings net gerade das, was man als gut ausgeschildert bezeichnet.

Während für Union-Fans ein gesamter Stadtautobahnabschnitt gesperrt ist, quält man die – nicht so ortskundigen, zumindest -Heimfans unter Brücken und über Eisenbahnschienen. Dann am Stadion gleich der nächste tolle Empfang: Erst werd ich falsch eingelassen, muss dann noch einmal die Leibesvisitation über mich ergehen lassen. Auf meine dezente Frage „Ah, noch einmal?“ kommt dann ein „Hast denn einen Stromschlag abbekommen?“ zurück… Den aufgelegten, nicht eingesetzten Retourwitz „Ich steck halt voller Energie“ hätt der Ordner vielleicht net so gut verstanden.

Das Stadion selbst ist echt ein nettes Stückwerk mit kleinerer Haupt- und zweistöckiger Gegentribüne. Die Heimfans haben eine eigene Stehtribüne hinter dem Tor, die Gäste in einer der gegenüberliegenden Ecken. Von den 14.212 Zuschauern sind sicher knapp 4.000 bis 5.000 aus Berlin, die auch über weite Strecken die bessere Stimmung machen (das wohl bekannte „Unsre Heimat, unsre Liebe,…“ und vieles mehr).

Von den Heimfans hätt ich mir nach ihrem erlebten Auftritt in Bochum eigentlich mehr erwartet, aber das Repertoire ist echt stark eingeschränkt auf ein paar nette Chants. Bemerkenswert ist dafür die auf mehreren Transparenten ausgedrückte Solidarität mit der Berliner Fanszene (wohl für die Wickel mit Kölner Fans und dann der Polizei beim letzten Auswärtsspiel), konterkariert immer wieder mit „Berliner, Oaschlecha“ (genau so). Sehr schräg ist dafür das offizielle Stadionprogramm kurz vor Beginn des Spiels. Da gibt es nämlich ein „Kinder-Wurm-Rennen“ (oder wie immer man das bezeichnen soll) um das Recht, mit der Heimmannschaft aufzulaufen.

Cottbus geht früh in Führung und drängt auch auf das 2:0, ehe eine Rote Karte für die Heimmannschaft und ein erfolgreich verwandelter Elfmeter in der 30. Minute das 1:1 für Union bringt. In die zweite Halbzeit starten die Berliner extrem stark, können die Chancen aber nicht verwerten. Einer der wenigen Entlastungsangriffe wird von den Cottbusern ins Tor genudelt und damit ist das Match entschieden.

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