Levante UD – Real Sociedad San Sebastian 2:1

Estadi Ciutat de Valencia, 13.108 Zuschauer

Irgendwie scheint es das Wochenende der schönen Mottos zu sein (siehe auch Spielbericht von Hercules Alicante). Levante überzeugt mich mit „¡Que grande es ser pequeño!“ („Wie großartig/toll ist es doch, klein zu sein!“) – und alles entspricht den Tatsachen. Immerhin sind die „los granotas“ (valencianisch für die Frösche) im letzten Jahr mit einem der kleinsten Budgets der Primera in die EL-Ränge vorgestoßen.

In der gesamten Vereinsgeschichte seit 1909 spielte der Verein (mit 2012/13 bereits eingerechnet) nur acht Jahre in der höchsten Spielklasse, den größten Erfolg feierte man 1937 während des Bürgerkriegs im noch republikanischen Teil des Landes durch den Sieg in der Copa de Espana Libre gegen den Stadtrivalen Valencia CF.

Das Estadi Ciutat de Valencia ist von außen äußerst unscheinbar, weil niedrig und ohne markante Flutlichter ausgestattet. Zudem beweist der Klub, dass die Primera nicht immer nur schweineteuer sein muss. Um nur 15 Euro öffnen sich mir die Tore, wenn ich dafür auch wieder eine Session in der Sonne in Kauf nehmen muss (soll ja schlimmeres geben Ende September…). Zum Glück ist es aber nicht ganz so heiß wie in Alicante.

Die erste Hälfte des Spiels verbringe ich wieder auf meinem eigentlichen Platz, um dann ab der 35. Minute mit frischem Wasser und Cafe con leche einen Sitz weiter in der Kurve zu ergattern, von dem aus ich die Fans besser im Blick und Fotoapparatfokus habe. Das Stadion besteht hinter den Toren aus zwei Ringen, wobei der obere noch einmal eigens unterteilt ist. Von allen Plätzen aus ist man extrem nah am Spielfeld dran, auch wenn direkt in der Kurve, beim Übergang zur Haupttribüne, die Sicht durch den Abtrennzaun ziemlich verdeckt ist.

Der Klub hat jedenfalls urschöne Vereinslieder, die vor dem Match die Stimmung heben. Auch sonst ist es eine unglaublich angenehme Atmosphäre, mit „nur“ 13.108 Zuschauern, die jedoch teils echt gute Stimmung machen. Und dafür sorgt mit Bestimmtheit nicht das kleine Häufchen Ultras, deren Bedeutung eher deren Anzahl angepasst ist – verschwindend. Immer wieder geht das ganze Stadion bei Sprechchören mit, die irgendwo spontan angestimmt werden.

In der ersten Halbzeit ist das Spiel der Hausherren eher lau, auch wenn das 0:1 für Real Sociedad eher glücklich fällt. Bereits kurz vor Pausenpfiff wird die Neuerwerbung, der 27-jährige Nigerianer Oba Martins unter tosendem Applaus zum Aufwärmen geschickt. Seine Einwechslung kurz nach Wiederanpfiff sollte er dann durch einen furiosen Angriffswirbel rechtfertigen. Nach zwei Abseitstoren seinerseits gleicht Levante durch Elfmeter aus, kurz darauf besorgt Martins dann sogar das 2:1 – einfach ein perfekter Einstand für ihn (alleine dadurch stieg er bereits zum absoluten Fanliebling auf, von den Medien bekam er den Spitznamen „el killer“ verliehen). Die Stimmung ist danach echt verdammt gut, immer wieder werden der Refrain der inoffiziellen Vereinshymne (wobei das die schnulzige Reinversion ist, im Stadion – und vor allem von den Fans gesungen – kommt das ziemlich genial), aber auch andere Schlachtrufe, angestimmt. ¡Que grande es ser pequeño!

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