Getafe CF – FC Barcelona 1:4

Coliseum Alfonso Perez, 10.000 Zuschauer

Getafe ist ein Vorort von Madrid, über die Metro Sur allerdings gut zu erreichen. Rund ums Stadion bekommt man nicht unbedingt ein Großstadtfeeling. Kleine Reihenhäuser und andere höchstens dreistöckige Wohnbauten vermitteln eher Dorfcharakter. Das Coliseum Alfonso Perez mit seinen 17.000 Plätzen ist normalerweise nur im Derby gegen Real Madrid ausverkauft, beim letzten am ersten Spieltag der neuen Saison aber nicht mal das. Dies mag freilich auch an den hohen Eintrittspreisen liegen. 80 Euro presst man mir für meine „entrada“ ab. Wenige Stunden vor Anpfiff dominieren die Barcelona-Fans das Straßenbild, nur selten sieht man Getafe-Anhänger.

Knapp zwei Stunden vor Spielbeginn herrscht bereits großer Trubel, ein Spalier von vielleicht 300-400 Menschen wartet sehnsüchtigst auf die Spielerbusse. Zuerst wird Getafe mit freundlichem Applaus empfangen, dann Szenen eines Bürgerkrieges – wenn auch eines äußerst liebevollen. „Messi“ kreischen nicht nur die kleinen Jungs und Mädels, als die Azulgrana auf das Tor des Stadions zurollt. Alle wollen sie einen Blick auf eines ihrer Idole erheischen, was aber angesichts verdunkelter Scheiben und geschlossener Stadiontor unmöglich gemacht wird. Wenig später darf auch ich und die Anderen ins weite Rund, mit für spanische Verhältnisse sehr hohen Sicherheitsvorkehrungen. Mein Platz auf der Lateral Baja verschafft mir sogar noch etwas Sonne bis zum Anpfiff. Dadurch wird aber auch die Sicht auf die direkt vor mir aufwärmenden Barca-Spieler eingeschränkt. Die Katalanen bereiten sich jedenfalls kurz und eher unkonventionell auf das Spiel vor. Wenige Übungen am Ball, dafür viel teils skurril wirkendes Teambuilding steht im Mittelpunkt.

Mit Sonnenuntergang beginnt auch das Match, vorerst ohne Superstar Messi. Kurz davor war noch die Hymne der Meeresblauen aus Getafe zu hören, die eine Mischung aus Tschechenpolka und Techno ist. Ob ich das gut finde, konnte ich nicht wirklich entscheiden. Fix ist jedenfalls, dass die Heimkicker in dem Match alles andere als die besungenen Löwen sind. Barca hat viel Ballbesitz, wodurch ich im ersten Durchgang beinahe nichts vom Spiel sehe, weil ich am Ende der Offensivzone Getafes sitze. Dies sollte sich aber insofern auszahlen, als es zur Pause nur 0:1 steht und Messi eben erst in der 58. Minute eingewechselt wird. In dieser halben Stunde schießt er allerdings zwei Tore (eines durch Elfer) – und das alles direkt vor meinen Augen (… und per Video festgehalten *hüstel*). Die gefühlt und geschätzt zwei Drittel Barca-Fans unter den 10.000 Zuschauern wissen das jedenfalls ebenso zu schätzen wie ich. Außer „Messi“- und einigen „Barca“-Sprechchören ist es aber meist nur bei Toren und einigen schönen Spielzügen laut. Alleine aufgrund der super Sicht (die freilich nicht jeder hatte, siehe Bild 8) auf einige der besten Fußballer der Welt muss man aber wohl sagen, dass 80 Euro diesen Abend eindeutig wert waren.

P.S.: Beim Heimkommen seh bzw. höre ich noch die letzten Minuten von FC Sevilla – Real Madrid auf Marca TV, die aufgrund der fehlenden Übertragungsrechte lediglich einen Audiokommentar aus dem Stadion liefern. Ein Grund für die 0:1-Pleite sind in der anschließenden Analyse die grünen Auswärtsleiberl – was eigentlich sehr einleuchtend klingt ;-).

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