Atalanta Bergamo – Parma Calcio 1913 0:3

New Balance Arena, 20.947 Zuschauer

Wenig Glück brachte Atalanta das Montagsspiel der Serie A. Gnadenlos ausgekontert stand es am Ende tor- und punktelos da und musste sich vom eigenen Publikum auspfeifen lassen.

Bergamo wurde laut römischer Geschichtsschreibung von Galliern gegründet und 196 vor unserer Zeitrechnung vom aufstrebenden Imperium eingenommen. Während des Niedergangs des weströmischen Reiches wurde es zuerst von Attila dem Hunnenkönig und seiner Armee geplündert und stand dann lange unter langobardischer Herrschaft. Ab dem 15. Jahrhundert fiel es im Konkurrenzkampf gegen Mailand an Venedig, das auch den Ausbau der Verteidigungsanlagen stark vorantrieb.

Dieses Erbe ist heute noch rund um die erhöht liegende Altstadt zu bestaunen, die einerseits UNESCO-Welterbe und andererseits eine echte Tourismusattraktion darstellt. In den engen Gassen sind zahlreiche Shops und Lokale angesiedelt, die auch lokale Spezialitäten anbieten. 1961 wurde hier etwa Stracciatela-Eis erfunden. Eine weitere Besonderheit ist „Polenta e Osei“, die seit dem Verbot der Singvögeljagd eine Süßspeise wurde und weder mit Polenta noch mit Vogelfleisch etwas zu tun hat.

Atalanta wurde 1907 gegründet und erhielt seinen Namen und sein ansprechendes Klubemblem von Atalante, einer amazonenhaften Figur aus der griechischen Mythologie. Obwohl der Verein fast seine gesamte Geschichte in der höchsten italienischen Liga verbracht hat, blieb ihm eine Meisterschaft bisher verwehrt.

1962/63 konnte der nationale Cup und 2023/24 die Europa League gewonnen werden (3:0 gegen Bayer Leverkusen). Geprägt wird der Klub von der hohen Loyalität seiner Fans, die mit ihm durch dick und dünn gehen und auch außerhalb des Stadions – etwa bei Sozialaktionen – wirken. So versorgten die Ultras die lokale Bevölkerung während der COVID-Pandemie, von der Bergamo besonders hart getroffen wurde, mit Lebensmitteln und Sonstigem.

Mit der New Balance Arena verfügt Atalanta über die momentan wohl modernste Spielstätte Italiens. Sie steht an der selben Stelle wie das alte, 1928 eingeweihte Stadion. Nachdem dieses den Anforderungen des heutigen Spielbetriebs nicht mehr gewachsen war, startete 2017 der etappenweise Komplettumbau. Mit der Einweihung am 15. September 2024 wurde die Renovierung offiziell abgeschlossen, es blieb nur mehr eine Gerade in ihrer ursprünglichen Form, aber modernisiert, erhalten. Die Arena entspricht nun internationalen Standards und hat knapp 25.000 Sitzplätze.

Eine Ahnung von der Stimmgewalt der Fans kann man heute durchaus bekommen, auch wenn die Heimmannschaft nicht unbedingt den besten Tag erwischt haben dürfte. In der ersten Halbzeit bespielen sie Parma eigentlich nach Belieben und müssten schon längst mit mindestens drei Toren Unterschied führen. Was zuerst nach Pech aussieht, verdichtet sich immer mehr zu Unvermögen im gegnerischen Strafraum. Diese Art der prahlerischen Chancenverschwendung bestrafen die Gäste kurz vor der Pause mit dem 1:0 aus dem Nichts. Gleich mit Ankick kommt es aber noch schlimmer, als ein Verteidiger einen Stanglpass für den Torhüter unhaltbar im eigenen Netz versenkt. Elf Minuten später fällt auch noch das dritte Gegentor.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt haben bereits viele Anhänger:innen das Stadion vorzeitig verlassen. Denn sie ahnen, dass ihre Mannschaft heute nichts mehr auf die Reihe bekommen wird. Zwar schaltet Parma nach dem 0:3 nur mehr in den Verwaltungsmodus, Atalanta kommt aber tatsächlich nicht mehr sonderlich gefährlich vor ihr Tor.

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