AS Giana Erminio – Alcione Milano 1:3

Stadio Comunale, ca. 400 Zuschauer

Ganz und gar keinen Fußball zum Gruseln gab es zu Halloween: Während im Ort Heerscharen von Kindern von Tür zu Tür und Shop zu Shop wandern, entwickelt sich im städtischen Stadion ein munteres Spiel. Zu lachen haben die heimischen Kicker aber auch nur bedingt.

Gorgonzola ist direkt an die Mailänder Metro angeschlossen und vom Zentrum aus in etwa 40 Minuten zu erreichen. In der verschlafenen Gemeinde leben heute etwa 20.000 Menschen und sie gab dem weltbekannten Blauschimmelkäse zumindest ihren Namen. Ob dieser 879 unserer Zeitrechnung hier auch wirklich erfunden wurde, darüber streiten sich noch immer die Expert:innen. Jedenfalls ist diese Region seit Jahrhunderten für ihre Käseproduktion bekannt. Mit der lombardischen Metropole war der Ort historisch auch mit dem Kanal Naviglio della Martesana verbunden, der dann weiter östlich in die Adda mündet. Bei meinem Besuch führte er aber gerade de facto kein Wasser.

Die städtische Associazione Sportiva wurde zwar bereits 1909 gegründet, nimmt aber erst seit 1928 an nationalen Bewerben teil. Über weite Strecken der Geschichte spielte der Verein unterklassig, stellte zwischenzeitlich auch immer wieder den Spielbetrieb ein. Die erstmalige Qualifikation für die Serie D gelang erst 2012/13, im Folgejahr – begünstigt durch eine Ligenreform – sogar der direkte Durchmarsch in die Serie C. In dieser spielt der Klub auch heute wieder. Bis 2018 zeichnete ihn weiters aus, dass mit Cesare Albe der längstdienende Trainer des italienischen Calcio bei Giana Erminio wirkte (insgesamt 22 Jahre).

Die von den Trikotfarben her an den Tag perfekt angepassten Gäste starten schwungvoll ins Match. Bereits nach wenigen Minuten gelingt ein Eckballtrick, es steht 1:0. Nur wenig später folgt der zweite Treffer, die Gastgeber wirken dezent desolat. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten können sie sich aber doch fangen und das Spiel unter Kontrolle bekommen. Mit dem Anschlusstreffer keimt sogar kurz Hoffnung auf, das 3:1 exakt mit Schlusspfiff stellt den alten Abstand aber wieder her. Die zweite Hälfte ist weiterhin ein munteres Fußballspiel, Tore fallen aber auf beiden Seiten keine mehr.

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