US Pergolettese – AC Lumezzane 2:1

Stadio Giuseppe Voltini, 720 Zuschauer

Das italienische ABC wurde am Sonntag vervollständigt, indem es zu einem Match der drittklassigen Serie C ging. Dazu wurde kurzerhand ein „on“ aus dem Städtenamen gestrichen und das idyllische Crema angesteuert.

Von den touristischen Massenströmen ist der etwas über 30.000 Menschen zählende Ort bisher verschont geblieben, einzig der hier spielende Oscar-prämierte Film „Call me by your name“ änderte dies kurzzeitig. Ein ausgedehnter Spaziergang durch die engen Gassen des historischen Zentrums zeigt, dass das lange zur Republik Venedig gehörende Crema jedenfalls einen kurzen Abstecher wert wäre. Wobei: Wenn man sich die Auswirkungen des kleinen Hypes an einem der mit Botschaften vollgekritzelten Drehorte ansieht, ist Abgeschiedenheit manchmal vielleicht doch vorzuziehen. Die Verbotshinweise an den Wänden wurden jedenfalls offenbar etwas zu spät angebracht…

Die Unione Sportiva Pergoletesse (oder auch Pergocrema, wie sie seit 2012 auch genannt wird) wurde 1932 gegründet und ist als durchaus fixer Stammgast der Serie C zu bezeichnen. Nur einige Jahre musste der Verein in den Amateurligen verbringen. Die Spielstätte teilen sich die Blau-Gelben mit der AC Crema, die aber eine Liga unter ihnen spielt.

Mit einsetzendem Sonnenuntergang und nach der Klubhymne, die Shakiras „Waka Waka“ ins Italienische und auf den Klub passend transformiert (im Video), entwickelt sich hier ein unterhaltsames Spiel, in dem die Gastgeber eigentlich mehr Spielanteile haben. Das erste Tor erzielen allerdings die Gäste, deren handverlesene Anhänger mit Albert-Einstein-Fahne angerückt sind. Hälfte zwei steht dem ersten Durchgang um nichts nach, auch wenn – oder gerade weil – der VAR einige Male nachhelfen muss. Zuerst wird eine Gelbe für Lumezzane auf Rot geändert, die Überzahl nutzt US zum Ausgleich.

Die Gastspieler fordern danach für fast jeden Pfiff einen Videobeweis ein, auch für einen am Feld gegebenen Elfer. Dieser wird aber auch dann bestätigt, Pergolettese erhöht auf 2:1. Wenig später sieht der nächste Kicker der Gäste Rot – ein wahrlich turbulentes Match. Mit zwei Spielern in Unterzahl steckt Lumezzane allerdings nicht auf, sondern verteidigt gut und spielt ebenso mutig nach vorne. Dass der Ausgleich nicht doch noch gelingt, ist eher Glück denn verdient.

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