Rudolf-Harbig-Stadion. 30.583 Zuschauer
15 Jahre später, und es ist doch irgendwie eine Reise in die Vergangenheit: Der Zweitbesuch bei Dynamo Dresden lässt mich hier ein Match erstmals unter dem originalen Stadionnamen verfolgen. Nachdem die Schwarz-Gelben nun auch eine Klasse höher spielen und der Gegner durchaus namhaft ist, kann mit der doppelten Zuschauerzahl im Vergleich zu 2011 dazu auch fast noch das „Ausverkauft“-Schild an den Kassen aktiviert werden. Ein glückliches Ende erleben die heimischen Fans aber nicht.
Die Sportgemeinschaft aus Dresden hatte erst vor wenigen Wochen wieder einmal für Aufregung im Blätterwald gesorgt. Als erster Verein Deutschlands verbieten sie im Einklang mit der Fanszene Vloggern ihre sensationsgeilen, von einem Superlativ zum nächsten springenden (Live-)Streams direkt aus dem Stadion. Das Statement klang dabei durchwegs vernünftig und behandelte zum Beispiel auch die Persönlichkeitsrechte von jenen Menschen, die dadurch permanent ungefragt auf den Videos im Hintergrund in Sozialen Medien veröffentlicht werden. Außerdem soll dadurch das Live-Erlebnis im Stadion gestärkt werden. Dass es dem Verein dabei aber neben der durchaus von mir geteilten Gründe auch um die Wahrung der Exklusivität der TV-Übertragungsrechte geht, darf zumindest vermutet werden.
Die angespannt-erwartungsvolle Stimmung auf den Rängen wird durch effiziente Gäste aus Bochum ziemlich rasch gedämpft, liegen sie doch bereits nach 25 Minuten mit 2:0 vorne. Dynamo hingegen findet lange nicht ins Spiel und bringt zu wenig Kreativität im Angriffsdrittel bzw. vor allem beim letzten Pass auf. Kurze Hoffnung schöpfen die Sachsen nach dem Anschlusstreffer wenige Minuten vor der Pause, doch ein Offensivfurioso in Hälfte 2 bleibt aus. Die erneut verschlafene Anfangsphase hätte sogar eher Bochum den nächsten Treffer bringen können als Dynamo den Ausgleich.











