FC Zlate Moravce – MFK Ruzomberok 2:1

Stadion Zlate Moravce, 1.788 Zuschauer

Nur rund 30 Kilometer von Nitra entfernt liegt der absolute Widerspruch an diesem Wochenende, sowohl aus touristischer als auch aus fußballerischer Sicht. Zlate Moravce ist an sich wohl eher in den seltensten Fällen eine Reise wert. Einzige Ausnahme ist wohl wirklich, dass man slowakischen Erstligakick sehen will. Dieser präsentiert sich aber auch mit dem Charme einer auf hochglanz polierten Konservendose.

Über die Stadt ist wohl schon alles gesagt, wenn man darauf hinweist, dass man die Hauptstraße abgehen kann und auf einer Strecke von rund 2 Kilometern die Hinweisschilder „Zentrum“ plötzlich in die jeweils andere Richtung deuten, ohne dass man auch nur ansatzweise soetwas wie ein Zentrum zu Gesicht bekommen hat. Hässlich wäre zwar der völlig falsche Ausdruck für die Stadt – unauffällig trifft es aber wohl sehr gut.

Das Stadion befindet sich weiter auswärts dieses nichtexistenten Zentrums, als es der Plan vermuten ließ. Nach einer Weile verfallenem Burgenland und industriellem Niemandsland kommt man nach einem riesigen Einkaufszentrum plötzlich ins ViOn-Land – einem Bauunternehmer, der das Um und Auf beim FC, der erst 1995 gegründet wurde, ist. Neben einem Baumarkt gibt es hier noch eine Tankstelle und ein Hotel, das ganz auf ViOn gebrandet ist. Der Verein selbst ist es sowieso.

Richtig sympathisch ist hier am ehesten noch das Stadion selbst, das von außen einen durchaus gefälligen Auftritt hinlegt, innen aber eher Stückwerk und irgendwie nicht ganz zu Ende gedacht ist. Den Eindruck eines Kunstvereins unterstreicht während des Matchs noch die Tatsache, dass aus dem VIP-Bereich noch am ehesten Stimmung zu erwarten ist. Sowohl der Jubel beim Tor als auch so manche Anfeuerungsklatscher sind in diesem Bereich lauter als im Rest des Stadions. Ein Phänomen, dass ich so eigentlich noch nie erlebt habe. Die rund 10 Ruzomberok-Fans sind dadurch jedenfalls über weite Strecken des Spiels lautstark zu hören.

Spielerisch ist vor allem die erste Halbzeit ein relativ offener Schlagabtausch, wobei die mit etlichen Brasilianern gespickte Heimmannschaft in Führung geht. Den Gästen gelingt zwar noch der Ausgleich vor der Pause, danach sind sie aber de facto nicht mehr vorhanden. Der Sieg für die konzentrierter weiterspielenden Gastgeber geht daher durchwegs in Ordnung.

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