Spartak Myjava – Spartak Trnava 4:2

Stadion Myjava, 2.583 Zuschauer

Fast schon mit dem Prädikat irre muss wohl dieser Tag ausgezeichnet werden: Affenhitze mit unglaublicher Schwüle am Nachmittag, garniert von einem Wolkenbruch am späteren Abend. Ich hätte doch lieber in den Bergen bleiben sollen… Wenigstens stand das Match dem Wetter um nichts nach.

Ruhig – zumindest fast – ging es zuvor wieder rund 200 Kilometer Wien entgegen. Lediglich in der letzten Stunde der Fahrt sorgte ein „Sonic the Hedgehog“ spielender Gnom für etwas Unruhe im Großraumabteil, nicht nur ob der eingeschaltenen Musik, sondern auch wegen seines mehr als aktiv mitlebenden Spielstils. Schräg, wie schnell man von einem in sich ruhenden und ausgeglichenen Geschöpf dann wieder zu einem alles hassenden Monster werden kann. Aber es geht.

Bester Stimmung erfolgt also die Ankunft in diesem westslowakischen Kleinstädtchen, das nicht viel und davon wenig zu bieten hat. Vom Billa am Kreisverkehr zur Kirche, und über die Einkaufsmeile zum Partisanendenkmal und wieder zurück, dann hat man hier wohl mal alles gesehen. Die gefühlten 40 Grad im Schatten hätten recht viel mehr Bewegung aber eh nicht erlaubt.

Daher ging’s nach einem kurzen Nachmittagsnickerchen in der noch immer drückenden Schwüle zum Stadion, das der Stadt voll und ganz gerecht wird. Drei niedrige Tribünen mit einem zugehängten Loch hinter einem der Tore – ist trotzdem ganz ansehnlich. Die wahre Sensation befindet sich aber außerhalb des Stadions, im Schatten der Flutlichter: Hier hat jemand doch tatsächlich sein Haus zu einer Fred-Feuerstein-Höhle, samt dazupassendem Auto, umgebaut!

Auf den Rängen merkt man jedenfalls rasch, dass Trnava neben Slovan einer der beliebtesten Vereine der Slowakei ist: Zwar sind sehr viele Heimfans ebenfalls ausstaffiert, im Endeffekt werden sich aber wohl beide Seiten ziemlich die Waage halten. Mit zwei bummvollen Fansektoren sind die Gäste allerdings supportmässig eindeutig überlegen, auch wenn das Stadion ein Stimmungskiller par construction ist.

Spieltechnisch ist die erste Halbzeit die interessantere, geht es doch bereits mit 3:2 in die Kabinen. Der Führungstreffer der Gastgeber verdient dabei wirklich besondere Hervorhebung, handelt es sich dabei immerhin um einen wunderschön direkt verwandelten Freistoß. Das 4:2 erlebe ich dann schon auf der anderen Seite des Stadions, doch da war das Match nur mehr reine Nebensache.

Im kleinen Stehplatzbereich beginnt mich nämlich ein älterer slowakischer Herr anzusprechen, der sich von Verständigungsschwierigkeiten nicht so schnell stoppen lässt. Neben Rapid und Austria kennt er tatsächlich doch auch noch Wiener Neustadt – und wohl wirklich auch aufgrund des Fußballs. Jetzt brauchen sie auch nicht mehr in die Bundesliga aufsteigen, der internationale Durchbruch ist bereits geschafft! Zu meinem Leidwesen ist der bekannteste Spieler wieder einmal ein gewisser Hans Krankl, einen „Helmut“ Prohaska muss ich dem guten Mann dann doch ausbessern.

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