Real Sociedad – Getafe CF 1:2

Estadio Anoeta, 19.098 Zuschauer

Die unglaulich schöne baskische Bergwelt, das nicht allzu berauschende Wetter am Ankunftsort und ein Abstecher zur SD Eibar (mehr davon dann hier) haben dafür gesorgt, dass ich San Sebastian nicht entsprechend mit einem Besuch gewürdigt habe. Nachdem das Estadio Anoeta in nächster Zeit aber eh grundlegend umgebaut wird, werde ich wohl nicht das letzte Mal hier gewesen sein.

Derzeit kommt die 1993 errichtete Arena eher wie ein gestrandetes Ufo aus der Sowjet-Ära daher, eine Mischung aus Futurismus und reinem Betonklotz. Bei Sonnenschein wirkt sie allerdings bei Weitem entspannter als bei bedecktem Himmel – beides konnte ich an diesem Tag sehr gut vergleichen. Innen braucht sich das Anoeta allerdings sicher nicht verstecken – außer vielleicht durch die störende Laufbahn, die aber beim Umbau dann auch ganz verschwinden wird. Dennoch zeigt gerade diese auch den Sinn bzw. Unsinn von Sicherheitskontrollen. Während ich in Bilbao ohne Probleme jede Flasche an den Kopf eines beliebigen Spielers befördern hätte können – weil ich dort am Eingang auch nicht danach kontrolliert wurde -, schaut man hier ganz genau nach und entfernt auch die Verschlüsse der verkauften Flaschen. Wohl alles Meisterweitwerfer hier.

Wie überall in Spanien füllt sich das Stadion erst kurz vor Spielbeginn, nach einer schleppend verlaufenen ersten Halbzeit zeigt sich aber ein Unterschied zu vielen anderen bisherigen Partien im Süden: Ein Großteil der Zuschauer bleibt in der Pause auf seinen Plätzen und packt brav sein Jausenpackerl aus – das hat ja zum Glück keinen Schraubverschluss und wurde daher vorher auch nicht abgenommen. Stimmungsmässig ist (vorerst) nicht so viel los, das Publikum geht aber bei guten Chancen mit – nur auf der Süd und in einem kleineren Bereich der Nord gibt es organisierten Support.

Direkt neben mir sitzt ein Mann mit seinem Sohn und einem Freund, der dem Kleinen ständig erklärt, dass auch ein langes 0:0 noch spannend werden kann („Ein 5:0 kann jederzeit passieren!“). Und wie recht er doch hat – aber wohl nicht im Sinn der Blau-Weißen: Knapp nach der 80. Minute fällt das erlösende 1:0 für die Gastgeber, das ganze Stadion rechnet bereits mit einem Sieg. Sowohl da, als auch in den kommenden Minuten ist es dann richtig laut im Oval. Denn Getafe dreht das Spiel durch einen Konter-Doppelschlag noch und fährt mit drei Punkten heim.

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