1. FC Köln – FC St. Pauli 4:0

Rhein Energie Arena, 50.000 Zuschauer

Die Treppe vor dem Dom bereits früh voller Anhänger, in den Straßen Vorfreude auf die kommende Feier in der „Rhein Energie Arena“, der FC ist eindeutig wieder in der Bundesliga angekommen. Der Weg zur wohl größten Partyzone Deutschlands – zumindest an diesem Tag – ist allerdings lang.

Von der Innenstadt geht’s zu Fuß die Aachener Straße rund eine Stunde schnurgerade stadtauswärts. Der Lohn dafür: Die Begegnung mit feiernden Celtic-Glasgow-Fans, die zu Ehren St. Paulis angereist sind, und mit auf Pferdekutsche angaloppierenden FC-Anhängern, deren Geschwindigkeit ob der vielen Zwischenpausen an Kiosken und Pinkelstätten aber nur ungleich höher ist als unsere Gehgeschwindigkeit. Auch das Liedgut ist hier spätestens in den 70ern steckengeblieben, zum Glück trifft das nicht auf alle Geißbockfans zu.

Kurz vor der Arena queren wir dann die letzten Lokale, die – ebenso wie die Straßen – geflutet von Weiß-Roten sind. Die Stimmung ist bereits hier prächtig, auf den Rängen sollte sich das dann noch steigern. Das Stadion selbst ist auch beim zweiten Besuch durchaus noch beeindruckend. Hinter einem Wald und in einem Park gelegen, taucht es eher unvermittelt, dafür dann umso bestimmter, auf. Erst kurz vor den hohen Rängen gibt es die Einlasskontrolle, rund eine halbe Stunde vor Spielbeginn sind wir auf unseren, im St.-Pauli-Bereich gelegenen, Sitzplätzen. Dementsprechend bekommen wir die Stimmung der Heimfans nicht immer wirklich gut mit, nur wenn’s wirklich richtig laut wird schlägt sich diese über die braun-weißen Gesänge.

Aber auch die Gäste können mit durchaus netten Liedern aufwarten: Das „Zweite Bundesliga – zweite Bundesliga – zweite Bundesliga – H S V!“ springt zwar auf die angrenzenden Sektoren über, kann sich aber leider nicht im ganzen Stadion durchsetzen, wäre wohl auch zu schön gewesen. Sehr laut werden die Kölner bei der – bereits beim ersten Mal sehr beeindruckend gewesenen – Vereinshymne, und natürlich bei den Toren. Auch gegen Ende, als die Paulianer bereits klar geschlagen sind, hört man die Gastgeber mehr. Die Einzugschoreographie mit rot-weißen Kartons ist zwar ganz nett, viel besser gefalllen mir allerdings die antirassistischen Statements der Heimkurve gegen „Pro Köln“ zu Beginn der zweiten Halbzeit. In ca. fünf verschiedenen Transparent-Varianten weisen die Fans dabei darauf hin, was sie vom Wahlkampf der Rechten halten.

Das Match ist der Feierlaune der Zuschauer sehr gut angepasst. Köln spielt extrem diszipliniert und lässt über 90 Minuten nichts anbrennen. Die schnellen Vorstöße münden immer wieder in Toren. Auch dank eines verschossenen Elfers bleibt es dennoch „nur“ beim 4:0. Danach leert sich der Auswärtssektor relativ rasch und wir können die Meisterparty auf sehr, sehr viel Platz genießen. Die Runde der FC-Spieler wird von einheimischen Bands auf dem Rasen begleitet. Während die erste noch wirklich rockt, ist bei der zweiten schon deutlich die Luft raus und wir verlassen die Partyzone Richtung Innenstadt. Ein Kölsch ging immer noch.

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