Hannover 96 – FC Augsburg 2:1

HDI-Arena, 39.200 Zuschauer

Zwar sicher nicht geschichts-, aber doch etwas gesichtslos präsentiert sich mir Hannover einen Tag vor der Bundestagswahl. Die Stadt war eine jener, die von den Bombardements im Zweiten Weltkrieg am ärgsten getroffen wurden, historische Gebäude blieben da kaum über. Dennoch ist das Stadtbild ganz nett, weit besser als erwartet.

Auf dem Weg ins ehemalige Niedersachsenstadion – heute HDI-Arena – bemerkt man, dass in Deutschland Fussball zumindest bei den kleineren Parteien schon ein Wahlkampfthema geworden ist. Einersseits durch einen coolen Sticker der Linken, andererseits aber auch durch ein Plakat der Piraten. Rund um das Stadion gibt’s eine ziemlich gut ausgestattete Fressmeile und mit der „Nordkurve“ ein echt nettes Fanlokal mit Biergarten.

 Die Arena selbst ist in einen aufgeschütteten Erdwall hineingebaut, nur der zweite Rang ragt drüber hinaus. Während dieser sehr steil ist, fällt der erste Rang flach nach unten ab. Betretbar ist das Stadion nur von der Nord- und Südseite, hat dadurch sehr weite, offene Eingänge und wie sooft in Deutschland ein sehr intelligentes Massenleitsystem. Es handelt sich nicht um ein reines Fußballstadion, die Ränge werden durch den Ansatz einer Laufbahn vom Spielfeld getrennt. Dies hat aber zumindest keine allzu großen negativen Auswirkungen auf die Stimmung.

Zwar ist diese in der ersten Halbzeit noch nicht gerade am Kochen, das sollte sich aber noch ändern. Für die größte Aufregung sorgt vorerst ein Flitzer in Minute 5, der bei seinem Auftritt ein Leiberl schwenkt, dessen Aufschrift ich aber nicht entziffern kann. Fußballerisch wirkt alles sehr zerfahren, teils kommt Augsburg gar zu den besseren Chancen.

Auch die zweite Hälfte startet mit nem Aufreger, hier allerdings steht mit dem Schiri ein durchaus auf dem Spielfeld zugelassener Akteur im Mittelpunkt. Ein Elferpfiff wird von den Gästen eiskalt zur Führung genutzt, das Entsetzen auf den Rängen schlägt sich in lautstarken Hass- und Schmähgesängen nieder, jetzt ist wirklich Dampf dahinter.

Den Ausgleich erlebe ich noch auf der Haupttribüne, ehe ich gegen Spielende gen Ausgang und damit mitten in die Fankurve strebe, als dann in der Nachspielzeit auch noch ein Elfmeter für die Hausherren gegeben wird. Die Stimmungsexplosion beim späten Siegestor ist dann echt sehr, sehr nett. 39.200 Zuschauer – abzüglich der rund 200 Augsburger – können schließlich doch ganz schön laut sein.

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