Irland – Färöer Inseln 3:0

Aviva Stadion, 35.000 Zuschauer

Das Aviva Stadium befindet sich im Südosten der Stadt und ist bereits zu sehen, wenn man mit dem Airportbus nach Dublin kommt. Die unausgeglichene Form sticht sofort ins Auge und ist ei. markantes Merkmal, wenn es auch insofern etwas komisch ist, weil dadurch die Auswärtsfans einen als sehr lächerlich zu bezeichnenden Sektor zur Verfügung haben. Während die Arena vom Norden sehr gut zu sehen ist, so versteckt sie sich, wenn man aus dem Stadtzentrum kommt, sehr geschickt hinter den nicht gerade hoch in den Himmel ragenden Dubliner Häusern – ein echtes Kunststück.

Da ich weit vor Anpfiff die Karte für das Match am Boxoffice abhole, bleibt noch genügend Zeit, die Gegend zu erkunden. Auch hier zeigt sich die Stadt als eine schier riesige Ansammlung von zwei- bis dreigeschossigen Gebäuden, die nur ganz selten von „Hochhäusern“ (selten mehr als zehn Stöcke) überragt werden. Nach längerem Suchen finde ich ein Pub mit Biergarten, das für mein Pregame-Guiness geradezu ideal ist (Bild5). Gemeinsam mit zwei Färöer-Fans und immer mehr werdenen irischen Anhängern genieße ich so die lockere Atmosphäre – und die Spätnachmittagsonne (!) – in dem Viertel.

Als direkte Folge des etwas undurchsichtigem Vorverkaufs lande ich beim Match im Sektor direkt hinter dem Tor und damit mitten in der irischen Singing Area – soll freilich schon schlimmeres passiert sein. Bis kurz vor dem Spiel füllt sich das Stadion nur sehr zäh, um dann ziemlich rasch sehr voll zu werden – knapp über 35.000 werden heut wohl hier sein (32.000 sind dann die offiziellen Zahlen). Mein Abschnitt wird dabei kurzerhand – sehr zum Missfallen einiger älterer Anhänger in den hinteren Reihen – vom All-Seater zum reinen Stehsektor, wobei von den umliegenden Gates zahlreiche steh- und singfreudige Fans zuströmen.

Die Chants beweisen dann auch, warum es sich durchaus auszahlt, mal ein Irland-Match gesehen zu haben. In ihren Variationen können die „Boys in green“ es durchaus mit Vereinsmannschaften aufnehmen – in der Lautstärke sowieso. Einen netten Gag zeigen die Fans in der zweiten Halbzeit, als sie dem Stadion ihre Schuhe entgegenstrecken, nachdem der Aufforderung „Stand up for the boys in green“ zuvor nicht mehr alle Sektoren gefolgt waren.

Das Match ist eigentlich sehr schwach – wie am Tag darauf auch die irische Presse urteilt. Wäre nicht Robbie Keane, dann würde noch viel klarer werden, dass die irische Mannschaft derzeit ein extrem biederes Team mit beschränkten Möglichkeiten ist. Die Färinger halten über weite Strecken gut mit und verteidigen nahezu perfekt, die Iren finden fast keine Mittel, diese Abwehr zu knacken. Nach dem frühen ersten Tor rennt die Heimmannschaft fast blind an, fängt sich aber immer wieder extrem gefährliche Konter ein. Erst nach dem 3:0 wanken die Färinger etwas, fangen sich dann aber auch wieder sehr gut und bringen für sich ein durchaus anständiges Ergebnis über die Runden.

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