Videoton FC – Budapest Honved 0:1

Sostoi-Stadion, 3.500 Zuschauer

Nach – zumindest am Schluss – etwas entnervender fünfstündiger Zugfahrt komme ich mit einstündiger Verspätung in der etwa 60 Kilometer südwestlich von Budapest gelegenen Stadt an. Irgendwie scheint heut überhaupt nicht mein Tag zu sein: Gepäcksaufgabe geschlossen, WIFI-Cafe nicht offen, und die einzige englischsprachige Person des Bahnhofes versteht zwar, dass ich irgendwie zum Stadion will, kann mir aber nicht sagen, wie ich hinkomme und hat auch keinen Stadtplan in ihrem Shop. So folge ich meinem Gefühl und mache mich einfach mal auf den Weg.

Mit der Zeit verliere ich aber die Hoffnung, heute noch ein Match zu sehen. Um den Tag wenigstens irgendwie zu nützen, setze ich mich am Hauptplatz in ein Cafe und siehe da: Ein Kellner spricht Englisch und erklärt mir den Weg zum Platz. „Nur“ 6 Kilometer in die andere Richtung und wieder am Bahnhof vorbei – umpf. Zwar hat er den Weg super beschrieben, mit der Entfernung hat er sich aber etwas verschätzt. Zwischendrinn erwisch ich sogar noch einen Bus und 300 Forint sowie sieben Minuten später stehe ich vor dem Sostoi-Stadion – doch alles ganz einfach!

Zur Feier des Tages genehmige ich mir für rund 11 Euro eine der teuersten Karten direkt auf der überdachten Haupttribüne. In einem halben Oval ist diese von den kleineren Fantribünen umgeben – ebenfalls alles Sitzplätze. Die Flutlichteinheiten werden von X-Masten getragen. Insgesamt jedenfalls eine sehr modern wirkende Arena.

Für Stimmung sorgen die „Red Blue Devils“, die – wie schon vor einem Jahr bei selbiger Partie mit getauschtem Heimrecht in Budapest bemerkt – vollständig auf rechte Insignien in der Kurve verzichten. Zudem befindet sich bei den Ultras offenbar auch ein Frauen-Fanclub – beides bisher in Ungarn (von mir) nie gesehene Phänomene. Insgesamt ist die Fankurve zwar relativ klein, macht aber dennoch ziemlich gute Stimmung und matcht sich mit den rund 200 mitgereisten Honved-Anhängern. Zudem geht auch die Haupttribüne – zumindest bei strittigen Schiedsrichter-Entscheidungen und guten Torchancen immer wieder mit. Ich hab sicher schon Spiele mit schlechterer Stimmung – und mit 3.500 Zuschauern schlechter besuchte – in Ungarn gesehen.

Das Match ist spielerisch mal sicher kein Feuerwerk, aber durchaus okay. Die Gäste gehen bereits in der zwölften Minute in Führung, „Vidi“ gelingt es trotz Roter Karte für den Honved-Goalie und darauffolgenden Elfer in Minute 94 nicht, den Ausgleich zu erzielen. Die Budapester sind damit nach drei Spieltagen Tabellenführer.

P.S.: Der Tag blieb verschissen. In Budapest verpasse ich den frühesten Anschlusszug um zwei Minuten, wodurch mich Wien erst gegen Mitternacht wieder hat…

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