AD Ceuta – CF Villanovese 0:1

Estadio Municipal Alfonso Murube, 1.200 Zuschauer

Man muss es leider so sagen, aber Ceuta, auf einer Halbinsel am afrikanischen Kontinent gelegen, ist nicht unbedingt die schönste aller Städte. Dazu kommt, dass man wie schon am Überfahrtshafen Algeciras an allen Ecken und Enden Haschisch angeboten bekommt, nur dass in Ceuta die potentiellen Verkäufer noch aufdringlicher sind und sich von einem klaren „No, gracias“ nicht so leicht abschütteln lassen. Das führt auch dazu, dass das touristische Programm ziemlich schnell mal für mich beendet ist und der Weg mal gleich zum Stadion führt. Immerhin komme ich dabei bei den großen Befestigungsanlagen und den wie Garnisonsbauten wirkenden Wohngebäuden vorbei – insgesamt hat die Stadt einen nach wie vor extrem militärischen Charakter. Dies wird durch ständige Anwesenheit von Polizeistreifen noch verstärkt.

Das Estadio Municipal Alfonso Murube ist ziemlich schön, liegt auf einer der höchsten Stellen der Stadt, ist aber trotzdem nur aufgrund der Flutlichtmasten auch vom Hafen aus zu sehen. Dies liegt daran, dass rund um das Stadion ziemlich dicht Wohnhäuser gebaut wurden – Platz ist offensichtlich nicht wirklich im Übermaß vorhanden. Leider hat mein Handy weiterhin gestreikt, daher nur ein paar aus dem Internet gefundene Bilder – die Fotos mit der billigen Einwegkamera aus China müssen noch entwickelt werden ;-). Ich nehme auf der Tribuna Platz, die gegenüber einer Mini-Gegengeraden liegt. Dahinter geht es steil bergab direkt auf eine relativ stark befahrene Straße, was insofern ein Problem ist, als einmal während des Spiels ein Ball direkt über die Kleintribüne nach unten befördert wurde, ob die Straße gesperrt war oder nicht, kann ich allerdings nicht sagen – wie ich die Spanier bisher kennengelernt habe, würde ich mal eher sagen nicht.

Auf der offiziellen Homepage verkündet Ceuta stolz den Verkauf von 600 Abos, recht viel mehr Zuschauer haben allerdings zu dem Spiel der dritten Liga (Segunda Division B – Grupo 4) auch nicht gefunden, ich hätte es auf rund 1.200 Fans geschätzt, die offizielle Version sind 1.500. Größere Fanaktivitäten gibt es jedenfalls nicht, nur hinter der „Gol sur“ versuchen in der ersten Halbzeit einige Unentwegte eher angestrengten Support zu machen – dabei übertünchen sie allerdings mit Trompeten und Trommeln, dass sie in Wahrheit nur höchstens 20 bis 30 Maxeln sind, mit nicht allzu kreativen Fanchorälen. Einzig das „Abfeiern“ des gegnerischen Goalies bei Abstößen mit lautstarken „Cabron“-Rufen (Arschloch) entwickelt irgendwie Kraft – wirklich kreativ ist es aber auch nicht. Wirklich laut im Stadion wird es vorerst nur, als Villanovese den vermeintlichen Führungstreffer erzielt und sich rund 20-30 mitgereiste Fans auf meiner Tribuna als Nicht-Einheimische outen – als das Tor nämlich aberkannt wird, bekommen die Gästefans hämische Laute samt Stinkefinger entgegengehalten.

Zur Halbzeit wechseln die Heimfans dann auf die andere Hintertortribüne, auf die „Gol norte“, in der Hoffnung, ihr Team anstürmen zu sehen. Dem ist aber überhaupt nicht so. Generell ist das Match auf ziemlich niedrigen Niveau und von teils extremen Härteeinlagen geprägt. Wirklich interessant wird es erst so ab der 80. Minute. Eine bereits zuvor eingesetzte Drangphase von Villanovese wird mit dem 1:0 in der 84. Minute belohnt, und bis kurz vor Schluss sieht es klar danach aus, als ob die Gäste das Ergebnis halten könnten. In der ersten Minute der Nachspielzeit gibt der Schiri allerdings wegen Hands einen Elfer – die Situation auf dem Spielfeld droht dabei echt zu eskalieren. Der laute Jubel der Heimfans wird aber ziemlich schnell gestoppt, als der Villanovese-Torhüter den Strafstoß hält.

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