Besiktas – Trabzonspor 0:0

Inönü-Stadion, 32.000 Zuschauer

Das Inönü-Stadion liegt einfach traumhaft direkt am Bosporus, die Fantribüne zeigt (außer auf die gegnerischen Fans) voll auf die Wasserfront. Bin bereits zwei Stunden vor Spielbeginn im Stadion, einfach um dem großen Wirbel beim Einlass zu entgehen. Die ersten zwei Lektionen hab ich auch gleich einmal gemacht: Erstens sind Feuerzeuge in türkischen Stadien strikt untersagt (beim nächsten Mal hatte ich Zünder mit) und zweitens dürfen auch Münzen nicht in das weite Rund mit (bei Besiktas schien das Kleingeld der Polizei-Wohlfahrt zuzukommen, bei Galatasaray wirft man es wenigstens in so ein Sammelherz, das ein bissl an McDonalds erinnert). Der Einlass im Inönü ist so, wie es in alten englischen Stadien mal gewesen sein muss. Klitzekleine Schlitze mit Drehkreuzen – es kann immer nur einer durch.

Auf der Fantribüne mit den drei Rängen kann man sich vollkommen frei bewegen, ein Großteil der Tribüne ist überdacht. Zu den Fans: Besiktas hat ja angeblich die linkesten Fans von Istanbul, was ich vom Habitus auch durchaus so sehen würde – allerdings mit dem kleinen Schönheitsfehler, dass am nächsten Tag der Eindruck bei Galatasaray nicht recht viel anders war. Irgendwie schauen sehr viele Türken und Türkinnen wie unsere BoBos aus dem 6. und 7. Bezirk aus. Einziger (augenscheinlicher) Unterschied ist, dass Besiktas einen Tick mehr Workingclass-Style hat. Problem ist halt ein bissl die Sprache – schon dumm, wenn man nicht versteht, was gesungen wird. Die Kurve macht fast neunzig Minuten durch Stimmung, sehr selten gibt es Stille. Beeindruckend sind einerseits die Wechselgesänge innerhalb der Fankurve, die echt was hergeben und andererseits auch jene mit den restlichen Tribünen, die bestens funktionieren.

Apropos „andere Tribünen“: Erstens stehen fast alle Zuschauer während des gesamten Spiels und zweitens machen auch die anderen Blocks mächtig und eigenständig Stimmung. Auch die Trabzonspor-Fans haben einen ordentlichen Block beisammen – keine Ahnung, ob die alle angereist sind, oder er sich aus Arbeitsmigranten zusammensetzen – werden auf jeden Fall ein paar mal richtig laut. Gleich noch hier angemerkt: Vor jedem Spiel der türkischen Liga wird die Hymne abgespielt – a bissl sehr gewöhnungsbedürftig.

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