Rot-Weiss Essen – FC Köln II 5:2

Stadion Essen, 5.737 Zuschauer

Mit Schönheit ist das halt so eine Sache, immer und überall. „Essen hat die schönste Weihnachtsbeleuchtung Deutschlands – aber ob sie jetzt schon hängt?“, hat mir gestern noch ein Ordner von Gladbach mitgegeben. Und sie hängt tatsächlich schon, zumindest darüber lässt sich mal nicht streiten. Ist ja auch bereits Mitte Oktober…

Erleuchtet ist das Weihnachtswunderwerk freilich ob der frühen Beginnstunde des Matchs noch nicht, auch wenn mich die ehemalige Krupp-Stadt verregnet und eher triest empfängt. Ob mehr Glitzerflitzer meinen Eindruck wirklich so stark verbessert hätte, kann ich daher nicht sagen, die Essener Innenstadt ist dennoch schwerstens okay.

Das neu gebaute Stadion an der Hafenstrasse besteht aus vier separat stehenden Tribünen, vom altehrwürdigen Georg-Melches-Stadion blieb neben einer Gedenkstelle nur ein einsamer Flutlichtmasten an einer der Ecken. Der auch an anderen Problemen leidende Neubau verfügt aber überraschenderweise auf keiner der Seiten über eine Anzeigentafel, der Spielstand wird lediglich über einige der Werbebanden eingeblendet. Trotz Regionalliga, also vierter Spielklasse, lässt man sich die Tradition hier einiges kosten: Mit 28 Euro für einen Sitzplatz schlägt dies schon ganz ordentlich an…

Die Stimmung wäre wohl gegen eine andere als eine der unbeliebten Zweitmannschaften noch besser, dennoch kann man sich nicht wirklich beschweren. Die rein aus Stehplätzen bestehende Westkurve singt durchgängig, immer wieder gehen auch die anderen Tribünen mit. Besonders beeindruckend ist der Wechselgesang über drei Seiten mit „Rot“, „Weiß“ und „Essen“. Nicht nur, aber besonders hier, macht auch der relativ große – und gut besuchte – Business-Bereich mit Begeisterung und voller Lautstärke mit – soll ja nicht überall selbstverständlich sein.

Auch das Spiel erlebt hier im Gegensatz zu gestern eine Steigerung, nicht nur aufgrund der (erst gegen Ende eintretenden) Torflut. RWE ist über weite Strecken überlegen, gibt aber zwischenzeitlich einen Zweitorevorsprung aus der Hand. Nach dem Ausschluss eines Kölners brechen aber alle Dämme und Essen macht den Deckel zu.

Die Retourfahrt nach Düsseldorf bei schönstem Sonnenschein zeigt dann einmal mehr die Besonderheit des Ruhrpotts bzw. Nordrhein-Westfalens, deren öffentliche Verkehrsmittel sich am Wochenende einfach in eine riesige mobile Partyzone verwandeln. Während der Sitznachbar auf der zwanzigminütigen Fahrt genüßlich drei Bier leert (da war wirklich keine Eile dabei!), diskutieren andere unter anderem die Ergebnisse von Köln und Mönchengladbach (die ja beide Heimpartien haben) – der Pott ist halt ein einziger Fußballplatz…

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