Borussia Mönchengladbach II – SC Wiedenbrück 0:0

Grenzlandstadion, 308 Zuschauer

Zugegeben: Wenn man im Flieger neben zwei Glücklichen sitzt, die auf dem Weg zur (von einer Ehefrau der beiden gewonnenen) All-inclusive-Borussia-Dortmund-Partie sind, dann macht sich mein Reiseziel vielleicht ein bissl mickrig aus. Aber auch nur, wenn man es sich halt auf eine Loge bei 80.000 Zuschauern, bezahltes Hotel und Flug, sowie ein Meet-and-Greet mit Marco Reus am Folgetag steht. Ich seh halt die andere Borussia, und von der auch „nur“ die Amateure, verdammt!… 🙂

Zumindest habe ich nun auch etwas Zeit für die Stadt Mönchengladbach, nachdem ich beim ersten Besuch (damals freilich bei der Profimannschaft) ja gleich weiter musste, um auch noch PSV Eindhoven einen Besuch abzustatten. Und, nun ja, es wär jetzt übertrieben, zu sagen, dass ich damals seeehhr viel versäumt habe, aber für einen kleineren Spaziergang gibt die Stadt durchaus was her… Abseits der für meinen Geschmack zu dominanten Einkaufsstrasse liegen zumindest einige nette Plätze und Strassen. Wobei man diesen Teil Deutschlands ja sowieso eher wegen der netten Leute als der schönen Städte besucht, denn zumindest das ist auch hier bei zahlreichen Begegnungen mit Einheimischen wieder extrem auffällig.

Die Spielstätte der Borussia-Amateure liegt südlich des Zentrums, in direkter Nachbarschaft zum Jahnstadion des Rheydter Spielvereins, der hier eigentlich lokaler Platzhirsch ist. Direkt unter der Haupttribüne des immerhin noch 20.000 Zuschauer fassenden Platzes befindet sich ein nettes Cafe mit dem klingenden Namen „SPÖ 407“ (man konnte mir die Bedeutung nicht sagen), in dem ich die Wartezeit bis zum Anpfiff überbrücke.

Das Grenzlandstadion selbst vereint ziemlich viel Geschichte: Zwischen 1960 und 62 war es Heimstätte der Borussia-Kampfmannschaft und sogar kurz als langfristige Alternative zum Bökelbergstadion angedacht (weil es leicht auf 60.000 Fassungsvermögen aufstockbar gewesen wäre). Als dieses dann abgetragen wurde, siedelten die Anzeigentafel, Flutlicht und Teile des Daches hierher – es lebt also bei den Amateuren quasi weiter.

Viel mehr Leben habe ich heute dann allerdings nicht mehr zu erwarten. Das Match grundelt auf schlimmsten Niveau dahin, der Schlusspfiff gleicht einer Erlösung.

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