FC St. Pauli – Borussia Mönchengladbach 1:4

Millerntor, 28.175 Zuschauer

Verdammtes Zeckenpack, und das noch dazu in massentauglicher Dosis – was kann es Schöneres zum Ausklang einer Cup-Tour im Norden geben? Der braunweiße FC mag mittlerweile lediglich die verträglichere Variante eines durch und durch kommerzialisierten Fußballs sein, solange er so klar gegen Homo- und Xenophobie im Spiel auftritt, wird man ihn aber wohl weiter (irgendwie) lieben müssen…

Der Tag beginnt mit einem Streifzug durch das wieder kühlere, wenn auch durchaus schwüle Hamburg. Von den Elbbrücken, über die Speicherstadt und das Kontorenviertel geht’s wieder zurück zum Hauptbahnhof, wo meine vormittäglichen Einkäufe im Pauli-Fanshop noch schnell im Hotel verstaut werden.

Der Weg wieder zurück zum Stadion ist dann kurz, denn das Millerntor liegt mitten in der Stadt, mit der Reeperbahn in bequemer Gehweite. Auf dem Heiligengeistfeld direkt davor findet zudem zurzeit der „Sommerdom“, ein großes Volksfest, statt – an Unterhaltung sollte es damit heute nicht mangeln. Und Fußball findet dann ja auch noch statt.

St. Pauli ist und bleibt wie gesagt wohl „anders“, und dennoch: Da geht man zu einem von der breiten Öffentlichkeit als klar links wahrgenommenen Verein, und wundert sich dann, wie viele „normale“ Menschen hier sind. Auch wenn dies durchaus auch im Auge des Betrachters liegen könnte, ist dies in Zeiten wie diesen doch ein halbwegs beruhigendes Phänomen. Vom wild aussehenden Punk bis zum unschuldigen Rentner (durchaus auch mit einer Vermischung beider Kategorien) ist hier einfach alles vorhanden.

Meine Karte ist für die Gegengerade, die geteilt aus Sitz- und Stehplätzen besteht. Letztere sind auf drei Tribünen immer im unteren Bereich angesiedelt, wodurch alleine schon eine ganz besondere Stimmung entsteht. Zudem ist die Bereitschaft mitzusingen bei allen Besuchern überdimensional groß, der „Millerntor Roar“ ist somit nicht nur Mythos. Das beginnt beim „Herz von St. Pauli“ vor Anpfiff und zieht sich durch das gesamte Spiel, selbst als es schon verloren ist.

Bombastisch ist die Atmosphäre freilich vor allem kurz nach dem wunderschönen Führungstreffer für Pauli, der in der Pause wohl einige von einem Wunder träumen lässt. In der zweiten Halbzeit machen aber die CL-Starter vom Niederrhein alles klar, die rund 4.000 Gästefans haben einiges zu jubeln.

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