Valencia CF – Real Zaragoza 2:0

Estadio Mestalla, 39.000 Zuschauer

Mein Herz schon an Levante vergeben, konnten die „los Che“ (kommt von einem valencianischen Ausdruck für „Hör mal“, am ehesten mit „Heast“ zu vergleichen vielleicht) eigentlich nur mehr durch besondere Lautstärke oder Vielfalt der Fangesänge beeindrucken – und haben kläglich dabei versagt…

Aber der Reihe nach: Das Mestalla ist wirklich eine Wucht. Schon von außen merkt man, wie steil die Tribünen gebaut sind. Dies ist allein schon deswegen notwendig, weil es mitten in einem Wohngebiet platziert ist. Ein weiterer Ausbau ist aufgrund der Schwerkraft und diversen anderen Naturgesetzen nicht mehr möglich, weshalb auch ein neues Stadion gebaut wird, dessen Eröffnung sich aber ständig hinausschiebt. Erst vor einer Woche war wieder ein Termin bei der Bank, um die finanziellen Probleme des Klubs zu besprechen. Der Neubau ist auch der Grund, warum ich mich letztlich für dieses Spiel entschieden habe, das nur zwei Stunden später angepfiffene Match des „Submarino amarillo“ im nahegelegenen Vila-real wär auch eine Option gewesen.

Der schwindelerregende Eindruck hält jedenfalls auch im Stadion dem Außenerscheinen Stand. Durch die unglaublich steil gebaute Tribüne hat man selbst von oberen Plätzen das Gefühl, ganz nah am Rasen zu sein. Für Menschen mit Höhenangst ist das Mestalla aber wohl eher nicht geeignet. Fankulturmäßig ist das Spiel leider eine einzige Enttäuschung. Weder eine mitgesungene Klubhymne noch sonstige Stimmung wird hier geboten. Außer vielleicht bei Red Bull hab ich selten so ein faules Publikum erlebt. „Stimmung“ macht noch am ehesten die Curva Nord, die ganz unten im Winkel meiner Tribüne angesiedelt ist. Interessant ist dabei, dass sämtliche Stadiondurchsagen rein in valencianisch gemacht werden (bei Levante waren sie gemischt), die Fangesänge aber – soweit ich das beurteilen kann – nur auf spanisch sind! Dabei ist zu meinem Erstaunen auch eine Version des „Jungs aus Favoriten“-Wechselgesangs der Austria im Repertoir. Ob Valencia den schon vorher hatte, weiß ich freilich nicht, außer der Curva Nord macht da jedenfalls niemand mit. Zu allem Überfluß sind zumindest bei den Hardcores auch einige Faschos, oder zumindest (spanische!) Ultra-Nationalisten dabei, was meine Gegenliebe nicht gerade erhöht.

Das Spiel dümpelt vor sich hin, CF ist derzeit sicher nicht gerade in Bestform. Nach nur fünf Punkten aus den ersten fünf Spieltagen musste unbedingt ein Sieg her, und der wird es schlussendlich auch. Lediglich bei den zwei Toren erwacht das Stadion etwas zum Leben und die 39.000 Zuschauer machen sich bemerkbar.

P.S.: Vor dem Stadion betreibt übrigens Manolo, der mit seiner Trommel der spanischen Nationalmannschaft seit knapp 40 Jahren nachreist, sein Lokal. Ich hab es leider zu spät gecheckt und im Nachbarcafe gefrühstückt ;-).

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