FC VSS Kosice – MSK Rimavska Sobota 3:1

Es gibt Geschichten, die erzählen von mehr oder weniger attraktiven Fußballspielen in mehr oder weniger beeindruckenden Stadien mitten in oder weit außerhalb von mehr oder weniger wunderschönen Städten. Dann gibt es aber auch diese Geschichte, wo eine Stadt ganz einfach still und leise ihrer Fußballklubs beraubt wurde, und am Ende nur noch wunderschön war.

Der eine Traditionsverein FC Lokomotiva Kosice liegt hier seit 1998 am Boden, auch wenn ein Nachfolgeverein mittlerweile wieder in der zweiten Liga spielt. Die Spiele finden aber nicht im Heimstadion – in dem man sich immerhin mal vor 30.000 EC-Schlachten mit AC Milan lieferte – statt, sondern 10 km außerhalb des Zentrums, gerade noch in einem Stadtteil Kosices.

Im Stadion Lokomotivy v Cermeli hatte sich bisher dafür der nach einem finanziellen Kollaps 2005 neugegründete und bis vor Kurzem sehr erfolgreiche Stadtkonkurrent FC VSS Kosice (früher auch MFK) einquartiert – zumindest so lange, bis die geplante neue UEFA-Vier-Sterne-Arena errichtet ist. Schaute es nach 2005 durchaus als Anschließen an alte Erfolge aus, stieg VSS im Vorjahr ab und blickt seither ebenfalls wieder einer ungewissen Zukunft entgegen.

Anfang dieser Saison entschied sich der Klub nun, die Stadt zu verlassen und im Vorort Haniska zu spielen. Wenn man den bisherigen Baufortschritt des tollen neuen Stadions so betrachtet,  könnte es durchaus für immer sein. Mir war der Weg raus dann einfach zu aufwendig – vor allem aber der Rückweg öffentlich zu unsicher.

Interessant wär das Match vielleicht dennoch gewesen, weil die Ultras des Vereins einen „letzten großen Auftritt“ angekündigt hatten,  bevor sie das Trauerspiel um den Verein vorerst zu den Akten legen.

Wer weiß, vielleicht hat Kosice irgendwann ja doch noch seine Nobel-Arena, oder VSS oder sogar Lokomotiva spielen wieder im alten Stadion. Dann würd sich ein weiterer Besuch in dieser wunderschönen Stadt jedenfalls auszahlen… Bis dahin muss man sich – wie ich – mit ein paar Eindrücken aus Kosice selbst begnügen.

P.S.: Das Spiel endete übrigens vor 546 Zuschauern 3:1, Bilder davon gibt es hier.

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