SpVgg Greuther Fürth – FC St. Pauli 0:2

Sportpark Ronhof, 12.055 Zuschauer

Wenn die eigene Mannschaft einmal in der Trolli-Arena und dem Playmobil-Stadion gespielt hat, dann ist man wohl echt froh, dass der Name des Stadions wieder in den Originalzustand versetzt worden ist, selbst wenn dafür der Name eines Immobilienmaklers (nämlich Thomas Sommer) als eher deplaziert wirkender Zusatz in Kauf genommen werden muss. Fürth hat den wohl schlimmeren Leidensweg nun hinter sich, das Sportpark-Debüt geht aber ordentlich schief und mündet in einer verdienten Heimniederlage.

Aber mal von Beginn an: Der Tag startet in einem Cafe im idyllischen Fürther Stadtpark, wo die KellnerInnen sich auf eine erhofft ruhige Sonntagsschicht vorbereiten. Eine Stunde lang geht dieses Vorhaben auch gut, bis ein als durchaus unauffällig zu beschreibender Bursche die Lokalität betritt, fragt, ob er sich eh im richtigen Etablissement befindet und die Reservierung für „10-15 Personen“ auch registriert wurde – „zum Fußballgucken halt“. Was folgt ist ein Mob von 50-70 Paulianern, die kurzerhand – zum Schock des auf Beschaulichkeit bedachten Personals – das Cafe in Beschlag nehmen („Moin, moin, ein Bier, bitte!“). Einzig die unglaublich zutrauliche Cafe-Katze scheint sich über die nun noch zahlreicheren streichelnden Hände wirklich zu freuen.

Beschaulicher geht es derweil in der Innenstadt zu, deren Sandsteinhäuser-Schluchten bis auf vereinzelt herumstreunende Stadionbesucher eher ausgestorben sind. Fürth ist eine überraschend interessante und nette Stadt, deren Sehenswürdigkeiten man aber innerhalb kurzer Zeit abgegangen ist. Am Weg zum Stadion kann man auch gleich noch den städtischen Friedhof queren. Der nun eben wieder Sportpark Ronhof genannte Bau ist ein über die Jahre erweitertes und zusammengestückeltes Stadion, das über ein Fassungsvermögen von 18.000 Zuschauern verfügt. Die Haupttribüne wird demnächst neu gebaut, die derzeit vorgelagerten beiden Stahlrohrtribünen geben daher heute ihre „Abschiedsvorstellung“.

Sowohl die Heimmannschaft als auch deren Fans scheinen aus der Winterpause noch nicht wirklich erwacht zu sein – auch wenn die Choreographie beim Auflaufen durchaus Charme hat. In weiterer Folge sorgen aber de facto nur die Paulianer für Stimmung, und auch Tore. Rund 2.500 Braun-Weiße bezaubern sowohl durch Zettelchoreo als auch Sangeslust. Belohnt werden sie mit einer konsequent, wenn auch nicht besonders gut aufspielenden Hamburger Mannschaft, die zwei ihrer Konterchancen auch zu Treffern nutzen kann. Den intellektuellen Höhepunkt des Tages setzt dennoch der Stadionsprecher von Fürth, der die Gästefans darüber informiert, dass „um 16.11 Uhr auf Gleis 11 der Bahnhof abfährt“.

Ein zweites Mal laufen wir Pauli übrigens am (zum Glück noch an Ort und Stelle weilenden) Nürnberger Hauptbahnhof über den Weg – die Mannen von Ewald Lienen reisen, zum Verzücken von Bahnhofspunks und vereinzelten Fans, ebenfalls Deutsche Bahn.

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