1. SK Prostejov – FK Varnsdorf 0:2

Stadion 1. SK Prostejov, ca. 350 Zuschauer

15 Minuten Ruhm, und die schon eine Ewigkeit her: Vor knappen 80 Jahren war der örtliche Verein zuletzt auf der nationalen wie auch internationalen Fußball-Landkarte ernsthaft zu finden. Danach kam nur mehr Leiden, Auflösung und Wiedergeburt. Gespielt wird bei diesem mährischen Stehaufmännchen aber immer noch.

Prostejov liegt kurz vor Olmütz und ist per westmährischer Eisenbahn an die Außenwelt angeschlossen. Das Stadtzentrum ist kompakt und für einen kurzen Tagesausflug allemal eine Empfehlung wert. An diesem verregneten Novembertag beginnen gerade die ersten Aufbauarbeiten für die Adventszeit, die laut überall aushängendem Programm hier durchaus intensiv begangen wird.

Der lokale Fußballverein hatte seine Hochzeiten wie gesagt bereits in den 1930er-Jahren. Nach einigen regionalen Meistertiteln gelang der Aufstieg in die erste Liga, in der zweimal hintereinander der dritte Platz belegt werden konnte. 1936 und 37 nahm der SK am Mitropacup teil und konnte im ersten Jahr die Wiener Admira ausschalten.

Danach gab es hier nicht mehr allzuoft erste Liga zu sehen, 1973 rutschte man gar in die vierte Liga ab. 1995 erfolgte schließlich der völlige Zerfall, der einen Neustart in Liga fünf bedeutete. 1996 fusionierte der Verein mit einem Zweitligisten aus dem nahen Brünn, hielt sich einige Jahre in der zweithöchsten Spielklasse, um dann völlig abzustürzen und 2005 vor dem Abgrund zu stehen. Prostejov kaufte sich aus der Fusion heraus, trat als 1. SK im Spielbetrieb an, löste sich 2008 aber endgültig auf. Erst seit ein paar Jahren gibt es den Verein in dieser Form wieder.

Laut Wikipedia-Angaben verfügt das Stadion des Vereins über 7.000 Plätze. Dies halte ich allerdings für ein schlechtes Gerücht. Die geschätzt 350 Zuschauer heute füllen die vorhandenen Tribünen bei diesem Zweitligaspiel jedenfalls ganz gut. Vier Jungs vor einer Vereinsfahne versuchen sogar ab und an etwas Stimmung zu machen, von den zwei (!) Anhängern im Auswärtsblock hört man gar nichts.

Das Match verläuft intensiv auf hohem Tempo, echte Torchancen sind allerdings Mangelware. Die Gäste sind zwar über 90 Minuten immer leicht überlegen, ab der zweiten Halbzeit läuft aber alles eigentlich auf ein klassisches 0:0 hinaus. Erst ein Doppelschlag kurz vor Schluss stellt den doch noch klaren Auswärtssieg sicher.

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