FK Meteor Praha – FC Predni Kopanina 3:1

Sportovni Areal Liben, 303 Zuschauer

Die älteste noch existierende Holztribüne Prags bringt mich am Sonntagvormittag an das Ufer der Moldauschlinge. Mit Meteor gibt dort im Stadtteil Liben der sechstälteste Verein des Landes seine Vorstellungen.

1608 wurde auf der Burg Liben ein Friedensvertrag zwischen dem Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, Rudolf II, und seinem Bruder Matthias von Habsburg geschlossen. Damit ging ein längerer Familienkonflikt doch noch ohne militärische Auseinandersetzung zu Ende, auch wenn aus Rudolf anschließend ein „Kaiser ohne Land“ wurde. Böhmen erhielt zudem 1609 völlige Religionsfreiheit zugesichert. Dass diese nicht zur vollen Zufriedenheit umgesetzt wurde, zeigte sich nur neun Jahre später mit dem Zweiten Prager Fenstersturz und dem damit einhergehenden Beginn des Dreißigjährigen Krieges.

Zudem spannt der Prager Stadtteil auch einen Bogen zu meinem ersten Match dieser Tour: Das Attentat auf Reinhard Heydrich fand 1942 hier statt.

1896 gegründet, gehörte Meteor 1925 zu den Gründungsmitgliedern der ersten nationalen tschechischen Fußballmeisterschaft. 1926 erreichte der Verein mit Platz 7 die beste Platzierung seiner Geschichte, denn bereits im Folgejahr stieg man ab – und erreichte die erste Liga nie wieder. Derzeit spielt das Team mit dem grünen Stern im Wappen in Liga 4. Zum finalen Aufstiegsduell vergangene Saison waren über 1.800 Menschen im Stadion.

Nicht gar so viele wollen heute die Partie gegen die Mannschaft mit einem Logo, das frappant an den FC Barcelona erinnert, sehen. Zudem sind auf der Sportanlage offensichtlich auch einige Groundhopper anzutreffen. 

Den bereits früh hohen Temperaturen angepasst, kommt das Spiel erst sehr spät in die Gänge. Ein Elfmeter lässt die Heimischen in Führung gehen, der Ausgleich in Hälfte zwei verleiht den Gästen dann nur kurz Auftrieb. Statt selbst drei Punkte einzustreifen, kassieren die Rot-Blauen noch zwei Kontertore. So viel Barcelona steckte dann doch nicht in ihnen.

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